Archiv des Autors: wolfschwerdt

Über wolfschwerdt

freier Journalist, Buchautor

Kurze Geschichte des Alten Afrika

von den Anfängen bis 1600

Es erscheint auf den ersten Blick ein wenig seltsam, dass die „kurze“ Geschichte des Alten Afrika nicht mit der ägyptischen Kultur beginnt. Statt dessen holt der Afrikanist Arno Sonderegger so richtig aus und startet seine Geschichtsschreibung gewissermaßen bei der Menschwerdung des Affen. Das allerdings ist nicht die einzige Überraschung, die dieses Buch bietet. Es verlässt in weiten Teilen unser klassisches Geschichtsverständnis und eröffnet dem Leser dadurch neue, faszinierende Perspektiven auf und Einsichten in „das Leben der Menschen der Vergangenheit in seiner ganzen Fülle.“ Weiterlesen

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Eingeordnet unter Allgemein, Archäologie, Ethnologie, Rezension

Die Entdeckung des Nordpazifiks

Eine Geschichte in 44 Objekten

Sibirien, Kamtschatka, die Aleuten, Alaska, die nordwestamerikanische Küste und die Hawaii-Inseln sind Regionen, die landläufig nur schwer mit einer gemeinsamen Geschichte in Verbindung gebracht werden. Und auch in den Kulturwissenschaften werden die Südsee und der Hohe Norden eher als getrennte Einheiten betrachtet. Ethnologische Sammlungen wie die, deren Objekte in diesem Buch vorgestellt werden, sind in der Regel ebenfalls geographisch, nach Kontinenten getrennt. Und so erscheint das Vorhaben, die Geschichte der Entdeckung des Nordpazifiks anhand von einzelnen Artefakten unterschiedlicher ethnologischer Sammlungen vermitteln zu wollen, auf den ersten Blick als eine didaktische Spielerei. Tatsächlich aber steckt hinter dem Konzept der Ethnologin und Kulturforscherin Dr. Gudrun Bucher wesentlich mehr. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Ethnologie, Rezension

Die Deutschen und ihre Kolonien

Das deutsche Kolonialreich stellte eine recht kurzlebige Episode der kommerziell und ideologisch geprägten Expansionsbestrebungen der Deutschen dar. Im Auftrag anderer Mächte und Nationen waren sie allerdings von Beginn an am Prozess neuzeitlicher Expansion Europas als Soldaten, Kaufleute, Missionare oder Wissenschaftler beteiligt. Die 30 Jahre deutsches Kolonialreich (1884 – 1914) haben also eine lange Vorgeschichte und wirken bis heute nach. Mit dem Buch Die Deutschen und ihre Kolonien wollen die Herausgeber Horst Gründer und Herman Hiery „losgelöst von der Emotionalität politischer Debatten“ einen Überblick über die Geschichte des Kolonialreiches in Afrika, Asien und Südsee vermitteln. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Allgemein, Rezension

Wie Europa die Welt eroberte

Warum ausgerechnet Westeuropa, fragt sich der amerikanische Wirtschafts- und Geschichtsprofessor Philip T. Hoffman in seinem Buch Wie Europa die Welt eroberte (englischer Originaltitel 2015: Why did Europe Conquer the World) und gibt darauf eine umfangreiche mit Wirtschaftsmathematik garnierte Antwort. Die beinhaltet viel Bekanntes und wird von der renommierten amerikanischen Zeitschrift Foreign Afairs als „Faszinierend“, vom Wall Street Journal als „Brillant“ und vom amerikanischen Nachrichten- und Medienunternehmen Bloomberg als „Wirtschaftsgeschichte auf höchstem Niveau“ gefeiert. Was also ist dran an diesem Buch, in dem Hoffman laut Klappentext seine provokative These fesselnd und faktenreich enthüllt und das aufgrund der oben aufgeführten Bewertungen so große Erwartungen weckt? Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, 5 Neuzeit, Geschichte im Querschnitt, Rezension

The Saltwater Frontier

Die Indianer und der Kampf um die amerikanische Küste

Mit dem Begriff Frontier verbinden die Amerikaner den Mythos des vermeintlich heldenhaften Kampfes der europäischen Siedler gegen die Wildnis im Westen, der erst zu Ende war, als die Weißen die Westküste des amerikanischen Kontinents erreicht, und die indigene Bevölkerung durch Massaker, Zerstörung der Lebensgrundlage und Ethnozid dezimiert, deportiert und in Reservate gesperrt hatten. Ausgerechnet dort, wo die Westeroberung mit furchtbaren Massakern an den Nationen der First People ihren Ausgangspunkt nahm, findet sich heute jedoch die dichteteste Konzentration an Indianerreservaten der Ostküste. Der amerikanische Historiker Andrew Lipman erklärt in seinem ersten Buch „The Saltwater Frontier“ warum das erste Jahrhundert der Kolonialisierung so gewalttätig war und weshalb es einigen indigenen Völkern gelungen war, die Schlacht um den Kontinent nicht nur zu überleben, sondern sich sogar über die Jahrhunderte in ihren angestammten Gebieten zu halten. Dazu, so stellt er fest, müsse man den Blick einfach statt nach Westen aufs Land, nach Osten auf die Gewässer der Atlantikküste richten, die erste Frontier, die die europäischen Invasoren zu überwinden hatten.  Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Ethnologie, Rezension

Verlorene Welten

Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas

Es ist ein schwieriges aber wichtiges Thema, dem sich der Professor für Neueste Geschichte, Aram Mattioli in seinem Buch Verlorene Welten widmet. Immerhin geht es um nichts weniger, als Imperialismus, Rassismus und Ethnozid als Grundlage der Entstehungsgeschichte der US-amerikanischen Nation und des Selbstverständnisses seiner Bürger. Mit seinem Buch wirft er alle gängigen Klischees sowohl über die indigene als auch die kolonisierende Bevölkerung über den Haufen und zeichnet ein differenziertes, solide recherchiertes Bild über die Hintergründe, Methoden und Auswirkungen der europäischen Landnahme auf dem nordamerikanischen Kontinent. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, 5 Neuzeit, Rezension

Oman A Maritime History

Seit Jahrtausenden haben die Bewohner der Süd- und Ostküste der Arabischen Halbinsel eine enge Beziehung zur See. Bereits in der Bronzezeit organisierten die Seeleute aus dem Gebiet des heutigen Oman einen regen Warenverkehr zwischen den sich entwickelnden Kulturen in Mesopotamien und  dem Industal. Mit dem Einzug des Islam in die arabische Welt bis zur Ankunft der Portugiesen nahmen Omans Seefahrer eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines islamischen maritimen Netzwerkes ein, das sich bis nach China erstreckte. In der Neuzeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts schließlich etablierte sich das Sultanat Oman als veritable Seemacht im indischen Ozean. Der in der Reihe Studies on Ibadism and Oman erschienene Band 9 liefert nach Aussage der Herausgeber erstmals eine komplexe und alle Aspekte umfassende Darstellung der maritimen Geschichte Omans. Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter Rezension, Schifffahrtsgeschichte

Ausgrabungen am alten Eisenbahntunnel im Eggegebirge

Erst unter Wasser, jetzt an Land

Jüngster Fund aus dem Eggegebirge: Studierende der Universität Kiel legen in einem Kooperationsprojekt mit der LWL-Archäologie für Westfalen einen Baumsturz frei. In diesem befinden sich zahlreiche Dachziegel des alten Wächterhäuschens. Foto: LWL/N. Wolpert

Willebadessen/Lichtenau (lwl). Die Forschungen an der „Alten Eisenbahn“, einer nie vollendeten Tunnelbaustelle des 19. Jahrhunderts, gehen in die nächste Runde. Aktuell graben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einem Kooperationsprojekt mit der Universität Kiel wieder im Eggegebirge. Nach dem Einsatz von Tauchern im vergangenen Jahr – der Premiere der Unterwasserarchäologie in Westfalen – werden die archäologischen Untersuchungen nun an Land fortgesetzt. Gemeinsam suchen die Archäologen nach den Resten eines Wächterhäuschens und öffnen verschüttete Schächte. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 19. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Archäologie, Pressemitteilungen

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz

Texte und Bilder zu seinen Erkenntnissen und Erfindungen in den Dauer- und Wanderausstellungen der Leibniz Universität Hannover

Dass Gottfried Wilhelm Leibniz 2006 nach gut anderthalb Jahrzehnten inhaltlicher Auseinandersetzung zum Namenspatron der ehemaligen Technischen Universität (seit 1978 Universität Hannover) geworden ist, dürfte nicht zuletzt dem Engagement des Prof. Dr.-Ing. Erwin Stein zu verdanken sein. Der hatte nicht nur seit Ende der 80er Jahre die Idee  einer Ausstellung über den so eng mit Hannover verbundenen Universalgelehrten vorangetrieben, sondern mit dem vorliegenden Buch gemeinsam mit Dr. Annette von Boetticher auch eine Dokumentation der Ausstellung und des Wirkens des als „letzter Universalgelehrter“ titulierten Wissenschaftlers der frühen Aufklärung vorgelegt. Der Anspruch von Buch und Ausstellung: Leibniz Werk gemäß dem Motto „Leibniz zum Anfassen und verstehen“ auch einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Aufklärung, Ausstellungen, Rezension

Ausstellung „Begraben und Vergessen? Knochen erzählen Geschichte“

Basis: Pressemeldung Kloster Lorsch 16. März 2017. Vom 19. März bis 14. Mai 2017 zeigt das UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch im Schaudepot Zehntscheune die Sonderausstellung „Begraben und Vergessen? Knochen erzählen Geschichte“. Die Ausstellung nimmt auf der Grundlage aktueller archäologisch-anthropologischer Untersuchungen erstmals die Menschen des Klosters in den Blick, die vom frühen bis zum späten Mittelalter in der bedeutenden Reichsabtei Karls des Großen lebten, arbeiteten und dort begraben wurden. Höhepunkt der Schau ist die 3D-Gesichtsrekonstruktion eines Lorscher Mönchs aus der Hochphase des Klosters um 900. Damit wird für die Besucher zum ersten Mal eine visuelle und virtuelle Begegnung mit einem Menschen aus dem frühen Mittelalter möglich, der vor rund 1100 Jahren im Kloster Lorsch gelebt und vielleicht die Erbauung der weltberühmten Torhalle erlebt hat. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 3 Mittelalter, Archäologie, Ausstellungen, Pressemitteilungen