1611: Der Salzkrieg zwischen Bayern und Salzburg

Beim Krieg 1611 zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Erzbistum Salzburg stand das Salz und damit viel Geld im Mittelpunkt. Aber es ging auch um die persönliche Abneigung zweier katholischer Fürsten: dem streitbaren und stolzen Maximilian aus dem Hause Wittelsbach und dem hochfahrenden Wolf Dietrich von Raitenau.

Maximilian von Bayern war ein streitbarer Fürst. Wenn er sein Recht verletzt sah, scheute er auch vor einem Krieg nicht zurück. Diese Lektion musste 1611 der Salzburger Erzbischof, Wolf Dietrich von Raitenau lernen. Bei der Auseinandersetzung zwischen dem bayerischen Herzog und dem Erzbischof ging es um das Salz, genauer um die Zölle auf diesen wertvollen Rohstoff. Aber nicht nur: Es herrschte zwischen den beiden katholischen Fürsten seit ihrem ersten Zusammentreffen eine tief empfundene Abneigung.

Das weiße Gold brachte hübsche Erträge

Salz war in der Frühen Neuzeit ein wertvoller Stoff. Konnten damit doch Lebensmittel haltbar gemacht werden (pökeln) oder erst den rechten Geschmack bekommen – das berühmte Salz in der Suppe. Und Salz war teuer, zu teuer um für die meisten Menschen ein alltägliches Gut zu sein. Das weiße Gold, wie es genannt wurde, warf  für Produzenten und Händler ob seiner Seltenheit einen sehr schönen Ertrag ab. Die Fürsten versuchten daher sehr früh hier Monopolstellungen aufzubauen.

Bayern und Salzburg waren beide Salzproduzenten und Salzhändler. Um die Liefermenge und den Preis des begehrten Gutes gab es schon seit Jahrzehnten Auseinandersetzungen. Verträge wurden geschlossen, nicht immer eingehalten, neue Verträge mussten her.  Im Jahr 1610 wollte Maximilian, der nicht nur die Herzogswürde, sondern auch einen riesigen Schuldenberg von seinem Vater geerbt hatte, die zu der Zeit gültigen Abmachungen los werden und verdoppelte die Zölle auf das Salzburger Salz.

Der Salzburger glaubte alle Trümpfe in der Hand zu haben

Es folgten Gegenmaßnahmen des Erzbistums, die die Bayern mit neuen Provokationen beantworteten. Am Ende kündigte Wolf Dietrich von Raitenau, der glaubte alle Trümpfe in der Hand zu haben, den Vertrag. Maximilian hatte sein erstes Ziel erreicht, legte aber nach. Er ließ die Halleiner Salzausfuhr sperren. Das ging an den Geldbeutel des Salzburgers, der durch umfangreiche Bauten in der Stadt an der Salzach und seine Militärausgaben schon arg strapaziert war. Raitenau verlor die Nerven: Er verweigerte den Bayern die dringend benötigten und vertraglich zugesicherten Holzlieferungen für ihre Salzpfannen in Reichenhall.

Jetzt hatte der bayerische Herzog seinen Vorwand für ein militärisches Eingreifen. Und er nutzte ihn.

Unter normalen Umständen hätten die beiden katholischen Länder diese Probleme sicherlich friedlich lösen können. Gerade wegen der zunehmenden religiösen Spannungen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Nicht so Maximilian und Wolf Dietrich. Der sittenstrenge, stolze Bayer und der eher leichtlebige, anmaßende Salzburger konnten nicht miteinander. Zudem hatte der Erzbischof schon 1594 den damaligen bayerischen Prinzen bei seinem ersten größeren öffentlichen Auftritt auf dem Reichstag in Regensburg beleidigt. Das konnte Maximilian nicht vergessen.

Am 26. Oktober 1611 marschierten die Bayern in Salzburg ein

Die bayerische Armee marschierte im Oktober 1611, eroberte schnell die Festungen des Erzbistums, so dass der bayerische Herzog schon am 26. des Monats in Salzburg einziehen konnte. Stolz meldete Maximilian seinem Bruder Albrecht, dass er jetzt die Zimmer dessen bewohne, der ihm und der ganzen Welt getrotzt habe.

Der Erzbischof starb im Kerker

Raitenau selbst war nach der sich abzeichnenden Niederlage zusammen mit seiner Lebensgefährtin Salome Alt in das Hochgebirge geflüchtet. Bayerische Reitern stellten ihn jedoch und nahmen ihn gefangen. Der Erzbischof wurde in der Festung Hohensalzburg eingesperrt, zum Rücktritt gezwungen und unter Anklage gestellt. Begründete wie völlig haltlose Beschwerden führten dazu, dass Wolf Dietrich von Raitenau bis zu seinem Tod im Jahr 1617 auf der Salzburger Festung in Haft blieb.

Und das Salz? Hier wurde sehr schnell ein für Maximilian deutlich günstigerer Vertrag unterzeichnet. Seit dieser Auseinandersetzung mit dem Erzbistum beherrschten die Bayern den Salzhandel Süddeutschlands.

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