Archiv des Autors: Manfred Gindle

Die böhmische Rebellion bricht los: Der Prager Fenstersturz

Er gilt als der „offizielle“ Beginn des Dreißigjährigen Krieges: Der 23. Mai 1618, der Tag an dem böhmische Adlige zwei Vertreter der kaiserlichen Regierung und einen Sekretär aus einem Fenster des Prager Schlosses, des Hradschins, stürzten. Die drei Herren überlebten zwar den Sturz, aber die Rebellion gegen die Habsburger nahm ihren Lauf. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Dreißigjähriger Krieg

1815: Der Wiener Kongress und die Neugründung Europas

1815 siedlerNach 22 Kriegsjahren und einem besiegten Napoleon stellte sich der Wiener Kongress von 1814 bis 1815 die Aufgabe, Europa neu zu ordnen. Die größte diplomatische Versammlung aller Zeiten wurde von den vier Siegermächten – Österreich, Großbritannien, Russland und Preußen – und bald auch vom besiegten Frankreich dominiert. Das Prinzip der Neuordnung lautete: Legitimität – zurück zu den angestammten Fürstenhäusern. Dass der Kongress dabei nicht nur tanzte, wie es ein Bonmot unterstellte, sondern sehr wohl arbeitete, zeigt Thierry Lentz in seinem Buch „1815“. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 19. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Rezension

Reiche, die verschwanden

Eine Geschichte des vergessenen Europa

verschwundeneSie sind Vergangenheit, die burgundischen Reiche, das historische Litauen, das Land der Prußen, Galizien und nicht zuletzt die UdSSR. Der Engländer Norman Davies zeichnet in seinem Buch „Verschwundene Reiche“ Entstehung und Verfall dieser mehr oder weniger bedeutenden Staaten sehr detailliert nach. Die meisten der insgesamt 15 Reiche, gingen in anderen auf, manche zerfielen in Einzelstaaten. Insgesamt ein zum Teil spannender Einblick in die bewegte Geschichte Europas. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Allgemein, Geschichte im Querschnitt, Rezension

Der 28. Oktober 1918

Die Stunden des Untergangs Österreich-Ungarns

1918In der Nacht des 28. Oktober 1918 halten Kaiser Karl und seine Gattin eine einsame Nachtwache im Blauen Salon des Schlosses Schönbrunn. Sie denken an ihre Kinder, die sich in Ungarn befinden, und an die hoffnungslose Lage Österreich-Ungarns, das die Habsburger so lange regiert haben. Der ereignisreiche Tag, von Johannes Sachslehner im Minutentakt nacherzählt, hatte mit der weiteren Auflösung der Fronten und dem Umsturz in Prag, Krakau und Budapest die Donau-Monarchie weiter in die Katastrophe, in die Auflösung getrieben. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 20. Jahrhundert, Rezension

Der unzeitgemäße König Ludwig II.

Ludwig IIDie Bewunderer, wie die, die den bayerischen „Märchenkönig“  gerne verklären, werden keine ungeteilte Freude an dieser Biografie über den Wittelsbacher haben. Wer war dieser Ludwig II., dessen Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee jährlich ein Millionenpublikum anziehen, über dessen Tod im Jahr 1886 noch immer die wildesten Spekulationen verbreitet werden? War er ein Genie oder ein Verschwender; welche Rolle spielte er bei der deutschen Einigung?  Oliver Hilmes versucht in seinem Buch ein gerechtes Bild dieses Königs zu entwerfen, fernab der üblichen Kunst- und Kultfigur. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 19. Jahrhundert, Rezension

Die Unterdrückung Osteuropas durch die UDSSR

Vertreibungen, Polizeistaat und wirtschaftliches Versagen – Leben hinter dem Eisernen Vorhang

eisernerEs waren schwere Jahre für die Länder im Osten Europas. Gerade von den Deutschen befreit, rückte die sowjetische Arme ein und errichtete mit Hilfe der jeweiligen kommunistischen Partei erneut einen brutalen Unterdrückungsstaat. Als erstes wurde eine Geheimpolizei etabliert, die alle verfolgte, die die neuen Herren als politische Feinde bezeichneten. Die Aufbauphase der Länder östlichen des Eisernen Vorhangs hatte dabei streng nach sowjetischem Muster zu erfolgen. In der Zeit des Hochstalinismus wurden die Kontrollen und Schikanen weiter verstärkt, Propaganda überflutete die Menschen. Wie es sich in einem solchen System leben ließ (oder auch nicht) und wie es schließlich kollabierte, schildert Anne Applebaum in ihrem ausgezeichneten Buch. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 20. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Allgemein, Rezension

Propaganda im Ersten Weltkrieg

Die Lügen waren geliebte Lügen – Die Medien und ihr Einfluss

PropaNie zuvor wurde von kriegsführenden Ländern so viel in Propananda investiert wie im Ersten Weltkrieg. Galt es doch die eigenen Soldaten, die Bevölkerung, neutrale Staaten, aber auch den Gegner von der Richtigkeit der eigenen Sache zu überzeugen. Aber war die Propaganda, wie oft behauptet, kriegsverlängernd? Klaus-Jürgen Bremm meint Nein. Denn die Medienflut griff mit ihren Halbwahrheiten und Lügen die überbordenden patriotischen Gefühle auf – diente im Wesentlichen einer gerne geglaubten Selbstinszenierung. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 20. Jahrhundert, Rezension

Der Erste Weltkrieg

Ein Buch über die europäische Katastrophe und ihre Folgen

9783806227642-bNach dem Ersten Weltkrieg war nichts mehr so wie vorher. Vor allem für die Menschen, die in ihm kämpfen mussten. Aber auch der Zivilbevölkerung wurden in diesem ersten industrialisierten Krieg – vor allem in Frankreich, Belgien, Russland und Deutschland – hohe Opfer abverlangt. Das Werk von  Cabanes/ Duménil betont die „zivilistische“ Seite der mörderischen Auseinandersetzung zwischen 1914 und 1918, wie deren Folgen. Es rollt chronologisch, von Einzelereignissen ausgehend, die Zusammenhänge zwischen den Kriegsschauplätzen, der „Heimatfront“ und der stetigen Ausweitung des Konflikts auf. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 20. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Rezension

Christian Wilhelm – Der gescheiterte Administrator von Magdeburg

Ein erfolgloser Kampf um Macht und Anerkennung 

image01Als Christian Wilhelm von Brandenburg am 11. Januar 1665 starb, war er, der in seinen 77 Lebensjahren so sehr nach Anerkennung gesucht hatte, ein verarmter und politisch bedeutungsloser Mann. Dabei hatte er eigentlich einen mehr als angemessenen Start ins Leben. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde der Sohn des Kurfürsten Joachim Friedrich zum Administrator – die protestantische Variante des Erzbischofs – von Magdeburg gewählt, durfte das Amt in der protestantischen Stadt jedoch erst elf Jahre später, 1598, antreten. Von da an reihten sich Probleme an Schwierigkeiten und Niederlagen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Allgemein, Dreißigjähriger Krieg

Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Paranoide, unzureichend informierte Regierungen stürzen den Kontinent in die Katastrophe

SchlafwandlerDer Weg Europas in den Ersten Weltkrieg ist erschreckend und beängstigend. Regierungen, die von Vorurteilen geleitet werden, sich paranoid in ihren Handlungen zeigen und die über unzureichende Informationen verfügen, stürzen den Kontinent in den ersten industriell geführten Krieg. Keine der Großmächte wurde dabei von einer anderen unmittelbar bedroht. Es ging vielmehr um einen Randkonflikt auf dem Balkan. Christopher Clark zeichnet in „Die Schlafwandler“ das Bild eines von zwei Bündnissen zerrissenen Kontinents. Bündnisse, die die Handlungen der Entscheidungsträger determinierten. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 20. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Rezension