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Mit Twitter in die Steinzeit

Archäologen des Neanderthal Museums gewähren Einblicke in ihre Arbeit vor Ort

Expedition Neanderthal 01Pressemitteilung NEANDERTAL 27.03.2014. Das Neanderthal Museum geht neue Wege und nimmt Interessierte mit auf Forschungsreise. Ab sofort gewähren die Wissenschaftler Einblicke in ihre Arbeit. Über den Kurznachrichtendienst Twitter berichten sie unter dem Namen @ExpeditionNM live von ihren Forschungsreisen. Auf der dafür eigens eingerichteten Website expedition.neanderthal.de kann man den Forschern ab sofort live über die Schulter schauen und weitere Informationen über die Forschungsprojekte abrufen. Aktuell sind drei Wissenschaftler des Museums unterwegs:

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Korbboote – Wasserfahrzeuge aus der Steinzeit

Modell eines Fellbootes nach dem Muster norwegischer Felsritzzeichnungen (gebaut im Rahmen eines Jugendprojektes von Wolfgang Schwerdt)

Noch heute zelebriert man beispielsweise in Wales oder Irland den Bau von Korbbooten, sogenannten Coracles. Und die waren immerhin noch Anfang des 20. Jahrhunderts recht erfolgreich als Fischerboote auf den Flüssen im Einsatz. Das Prinzip, ein formgebendes Gerüst mit einer wasserdichten Haut zu beziehen und damit ein längliches oder rundes Boot herzustellen, reicht aber weit in die Steinzeit zurück.

Wann dies das erste mal geschah, ist mangels archaeologischer Funde unbekannt. Sicher ist, dass die europäischen Menschen bereits vor etwa 16.000 Jahren die hierfür notwendigen technischen Voraussetzungen mitbrachten und bereits Fischfang in flachen Gewässern betrieben. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 1 Frühzeit, Archäologie, Schifffahrtsgeschichte

Göbekli Tepe, das Heiligtum der Steinzeitjäger

Die Archäologie auf dem Gebiet der heutigen Türkei, war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vernachlässigt worden. Schließlich machte man lange Zeit die Ursprünge der Zivilisation, die ersten Städte, die Wiege der Kultur, in Mesopotamien aus. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 1 Frühzeit, Archäologie, Rezension

Felsbilder in Norddeutschland und Skandinavien

Rezension von Thorsten Capelles „Bilderwelten der Bronzezeit“. Viele Interpretationen von Archäologen und Laien müssen die als skandinavische Felsritzzeichnungen bekannten Abbildungen von Booten, Figuren, Tieren und rätselhaften Gegenständen über sich ergehen lassen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Archäologie

Catalhöyük – ein Dorf mit 8000 Einwohnern

Der Begriff „Leichen im Keller“ darf in der anatolischen Steinzeitsiedlung des 7. vorchristlichen Jahrtausends durchaus wörtlich genommen werden. Und nicht nur deshalb ist die „Gabelhügelstadt“ Catalhöyük, ist eine der bemerkenswertesten Ausgrabungsstätten überhaupt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 1 Frühzeit, Archäologie

Die polynesiche Kultur – 40.000 Jahre Seefahrt

Polynesien, das sind zahllose Inseln, die sich in den unendlichen Weiten des pazifischen Ozeans zu verlieren scheinen. Namen wie Osterinsel, Hawaii und Neuseeland stehen für das riesige polynesische Dreieck mit erstaunlich einheitlicher Kultur.
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Eingeordnet unter Ethnologie, Geschichte im Querschnitt, Schifffahrtsgeschichte

Japan – Entstehung einer Kultur

Dass die Japanische zu einer der geheimnisvollsten Kulturen dieser Erde gehört, ist durchaus kein Zufall. Denn obwohl es sich bei Japan um eine historisch relativ isolierte Inselgruppe handelt, haben sich hier die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse miteinander vermischt.

Seit Jahrtausenden war Japan ein Land, das von verschiedensten Volksgruppen besiedelt wurde. Archäologische Funde und antropologische Untersuchungen zeigen, daß Einwanderungen aus Sibirien, Malaysia und Nordasien stattgefunden hatten. Trotzdem waren die japanischen Inseln über viele Jahrhunderte hinweg ein relativ abgeschottetes Gebiet, in dem sich nur steinzeitliche Kulturstufen entwickelten und konservierten. So entfaltete sich von ca. 12.000 bis 300 v.u.Z. die sogenannte Jomon- Kultur, eine Gesellschaft von Jägern, Sammlern und Fischern, die seit der späten Jomon-Zeit auch Ackerbau betrieben hatten.

Man darf annehmen, dass es sich hier um eine sogenannte klassenlose Gesellschaft mit einer besonderen Stellung der Frau gehandelt hatte. Denn die archäologischen Ausgrabungen belegen keine Paläste, sondern durchweg Ansammlungen von Wohngruben gleicher Größe. Die besondere Stellung der Frau ergibt sich in den alten Gesellschaften aus der Naturreligion, dem Animismus, bei der alle Natur als belebt, beseelt galt und die natürliche Schöpferkraft weiblich war. Diese Gesellschaften zeichneten sich dadurch aus, dass die Frauen, insbesondere die Mütter, in biologischer und ökonomischer Hinsicht als Autoritäten galten.

Aus der Steinzeit direkt in dei Eisenzeit

Im zweiten und ersten vorchristlichen Jahrhundert überquerten schließlich große Scharen mongolischer Einwanderer die Koreastraße und versetzten den japanischen Vorbewohnern einen gewaltigen Kulturschock. Historisch gesehen wurde das steinzeitliche Land von einem Tag auf den anderen in die Eisenzeit geworfen. Es gab keine signifikanten Übergänge in Form von Kupfer- und Bronzezeit. Die ursprünglich ansässigen steinzeitlichen Sammler und Jäger wurden durch die Einwanderer übergangslos mit hochentwickeltem Ackerbau (Reisanbau, Terrassen etc.) und Eisenzeittechnologie konfrontiert.
Etwa 300 v u.Z hatte sich in Japan eine neue kulturelle Epoche herausgebildet, die sogenannte Yayoi-Zeit. Sicherlich existierte weiterhin noch das „Mutterrecht“, andererseits aber nahmen die Siedlungsdichte und damit der Grad der gesellschaftlichen Organisation zu. Waren es zum Ende der Jomon-Zeit noch etwa mehr als ein Dutzend Wohngruben, die eine Siedlung darstellten, so fanden die Archäologen im urzeitlichen Siedlungsgebiet Kugahara, heute ein Teil Tokyos, bereits mehr als tausend Wohngruben aus der Yayoi-Zeit. Die nun hauptsächlich vom Reisanbau bestimmte Landwirtschaft war zumindest Anfangs noch Domäne der Frau.

Staatenbildung

Schließlich kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Siedlungen, zu Bündnissen und Eroberungen, bis im 2. Jh. im zentraljapanischen Yamato und im Norden der Insel Kyushu zunächst kleinere, territorial geschlossene Staatengebilde entstanden. Yamato war schließlich das Staatenbündnis, das am Ende mit Kaisertum und patriarchaler Gesellschaftsordnung die politische Einigung Japans durchsetzte.

Das zumindest noch teilweise matriarchale Gegenmodell befand sich in Yamatai, einem Gebiet auf der Insel Kyushu mit Himiko als Königin über Dutzende kleiner Staatsgebilde. Himiko wird in der japanischen Chronologie nicht erwähnt, wir wissen von ihr vor allem aus chinesischen Berichten des 3. Jahrhunderts. Die japanische Chronik stellt für das 3. Jahrhundert die Vorherrschaft des Staates Yamato und des von der Sonnengöttin Amaterasu abstammenden japanischen Kaisers fest.

So eindeutig, wie es die offizielle japanische Chronik suggerieren möchte, ist die Vorherrschaft der Yamato und des Patriarchats aber nicht. Denn es wird sogar noch für das 4. und 5. Jahrhundert die Auseinandersetzung der Yamato-Kaiser mit den rebellischen Kumasu auf Kyushu beschrieben, die wahrscheinlich mit den Yamatai der Himiko identisch waren.

Konfliktbewältigung auf japanisch

Der Konflikt zwischen den Gesellschaftsordnungen wurde in Japan aber letztendlich nicht, wie in anderen Kulturen, durch ideologische und physische Vernichtung gelöst, sondern durch Adaption. Er wurde nicht aufgelöst, sondern ausgehalten, er wurde nicht bewältigt, sondern eher verdrängt. Er wurde nicht in gut und böse differenziert, sondern zusammengeformt. Mit der matriarchalen und animistischen Tradition wurde letztendlich sehr pragmatisch umgegangen.

Man hatte sich einerseits auf eine patriarchalische Ordnung verständigt, akzeptierte aber andererseits die Existenz der belebten und beseelten Natur (Shintoismus). Man akzeptiert die Macht der Frauen und praktiziert die Herrschaft der Männer. Noch bis ins Jahr 646 trugen die Kinder stets den Namen der Mutter und noch im 11. Jahrhundert existierte die sogenannte Besuchsehe, bei der der Mann schließlich in die Sippe der Frau einheiratete. Es war ein langer Prozess zur vollständigen Etablierung des Patriarchats in der japanischen Gesellschaft, auch, wenn seit dem erwähnten Jahr 646 durch Kaiserliche Erlasse und Gesetze die Unterordnung der Frau unter den Mann (nach dem konfuzianischen Leitsatz „Die Frau möge auf ihren Mann schauen, als wäre er der Himmel“) formal festgeschrieben worden war.


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Eingeordnet unter Archäologie, Ethnologie