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Die „islamische Inquisition“ des Kalifen al-Ma᾽mun

Gastbeitrag von Florian Heydorn

Die Bevölkerung schwört dem neuen Abbasiden-Kalifen al-Ma'mun die Treue. Aus: Tarikh-i Alfi, Die Geschichte des ersten muslimischen Jahrtausends, 1593

Die Bevölkerung schwört dem neuen Abbasiden-Kalifen al-Ma’mun die Treue. Aus: Tarikh-i Alfi, Die Geschichte des ersten muslimischen Jahrtausends, 1593

An der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert n. Chr. strebte das Kalifat unter der Dynastie der Abbasiden auf den Höhepunkt seiner politischen, kulturellen und militärischen Macht zu. Unter Harun al-Raschid (Kalif von 786‒809) und seinen Nachfolgern kam es zu einer bis dahin ungekannten Förderung der Wissenschaften und der Philosophie. Es war indes auch eine Zeit wachsenden Selbstvertrauens der muslimischen Rechtsgelehrten, die sich zunehmend weigerten, dem Kalifen in theologischen Fragen eine Entscheidungsbefugnis zuzubilligen. Als Harun al-Raschids Sohn al-Ma᾽mun (813‒833) daran ging, die „Lehre von der Erschaffenheit des Korans“ mit inquisitorischen Mitteln als Staatsdoktrin durchzusetzen, stürzte er das Kalifat in eine schwere Krise, die schließlich zu seinem Niedergang führen sollte. Weiterlesen

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