Francesco Carletti: Reise um die Welt

Erlebnisse eines Kaufmanns aus Florenz

Francesco Carletti, ein Kaufmann aus Florenz unternahm im Jahre 1594 eine Reise zu den Kapverdischen Inseln, die ihn schließlich um die ganze Welt führen sollte. Über Kolumbien, Peru und Mexiko gelangte er, immer auf der Suche nach profitablen Handelsmöglichkeiten, schließlich zu den Philippinen. Er besuchte Japan und China, um schließlich über Malakka, Goa und das Kap der Guten Hoffnung nach Europa zuzurückzusegeln. Geschäftlich war die Reise ein Desaster, durch seine Beschreibungen von Land und Leuten, hat er der Nachwelt in Form seiner Reiseerzählungen allerdings ein eindrucksvolles und aufschlussreiches historisches Dokument hinterlassen. Das hebt sich nicht nur durch seinen Blickwinkel auf spannende Weise von den bei uns wesentlich bekannteren Reisetagebüchern der Entdecker und Eroberer der frühen Neuzeit ab. Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Rezension

„AHOOBAA – den Ahninnen und Ahnen gewidmet“

Künstlergespräch und Vortrag im Altonaer Museum

Sonntag, den 17. September 2017 um 15 Uhr und 16 Uhr

Joe Sam-Essandoh, AHOOBAA, Foto afrika-hamburg.jpg

Unter dem Titel „AHOOBAA – den Ahninnen und Ahnen gewidmet“ ist im Altonaer Museum aktuell die Rauminstallation von Joe Sam-Essandoh zu sehen. AHOOBAA ist eine Intervention in der Abteilung zur Handelsschifffahrt im Altonaer Museum, wo die Maskenobjekte zwischen Modellen von Handelsschiffen hängen, die im 18. und 19. Jahrhundert vom Altonaer Hafen aus die Weltmeere befuhren. Mit dieser Rauminstallation erinnert das Altonaer Museum an eine bislang nur wenig bekannte Facette der Altonaer Stadt- und Handelsgeschichte: die Beteiligung der Handelshäuser vor Ort am Dreieckshandel zwischen Europa, Westafrika und der Karibik. Weiter auf Marexpedi

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Monumente der Sehnsucht

Die Sammlung Korkmodelle auf Schloss Friedenstein Gotha

Korkmodelle (Phelloplastiken) antiker Bauten gehörten im 18. und 19. Jahrhundert nicht nur zu den beliebten Mitbringseln wohlhabender Italienreisender, sondern waren auch begehrte Sammlerobjekte herzoglicher und fürstlicher Kabinette. In Monumente der Sehnsucht präsentiert der Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Prof. Dr. Martin Eberle die 15 Kork-Architekturmodelle aus der Sammlung des Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Die Modelle der Gothaer Sammlung stammen überwiegend vom  römischen Künstler Antonio Chichi, dem wohl renommiertesten Phelloplastiker seiner Zeit. Weitere bedeutende Sammlungen seiner Arbeiten finden sich heute nur noch in Kassel und Darmstadt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 5 Neuzeit, Rezension

Frühe Maingeschichte

Archäologie am Fluss

Der Begleitband zur Sonderausstellung im Knauf-Museum Iphofen stellt nicht nur archäologische Objekte und Fundplätze entlang des Mains vor, wie der Klappentext suggeriert. Da verrät der Titel des Buches „Frühe Maingeschichte“ tatsächlich ein wenig mehr. Denn ohne die Kenntnis der Naturgeschichte des Flusses, der ebenfalls Platz in dem Buch eingeräumt wird, wären die Geschichte der Menschen am Main, die Bedeutung  und Hintergründe der anthropogenen Funde und Fundorte nur schwer zu interpretieren. Und so erwartet den Leser eine anspruchsvolle komplexe Gesamtschau der Maingeschichte von der frühesten Zeit bis zum frühen Mittelalter anhand von wissenschaftlich erläuterten Einzelbeispielen. Weiterlesen

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Fluchtpunkt Friedland

Begleitband zur Ausstellung im Museum Friedland

Im März 2016 wurde das Museum Friedland eröffnet das seitdem seine erste Dauerausstellung Fluchtpunkt Friedland. Über das Grenzdurchgangslager, 1945 bis heute präsentiert. 2017 ist der Begleitband zur Ausstellung erschienen, ein Buch, das nicht nur die Inhalte, sondern auch das Konzept der Ausstellung und des Museums selbst vorstellt. Dabei erfährt der Leser Erstaunliches, Brisantes und Denkwürdiges über gut 70 Jahre Lager- und Nachkriegsgeschichte der Einrichtung, die bis heute in der öffentlichen Wahrnehmung als „Tor zur Freiheit“ begriffen und mit entlassenen sowjetischen Kriegsgefangenen, Aussiedlern, Spätaussiedlern, oder DDR-Flüchtlingen in Verbindung gebracht wird und doch so viel mehr war und ist. Weiter auf Werra-Meissner-Magazin

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Eingeordnet unter 20. Jahrhundert, Ausstellungen, Rezension

Die Entdeckung Neuseelands

Das Logbuch des Abel Janszoon Tasman

Wenn von den großen Entdeckern die Rede ist, fällt sicherlich nicht als erstes der Name Abel Janszoon Tasman. Dabei ist sein Beitrag zur europäischen Entdeckungsgeschichte enorm. Immerhin stieß er auf die später nach ihm genannte Insel an der Südostecke Australiens, entdeckte als erster Europäer Neuseeland, die Tonga- und die Fidschi-Inseln und kartographierte die Nord- und einen Teil der  Westküste (insgesamt rund 4.000 Kilometer) des damals in seinen Ausmaßen noch unbekannten Kontinents Australien. Das Buch „Die Entdeckung Neuseelands“ präsentiert neben dem Logbuch der ersten großen Entdeckungsreise Tasmans (1642-1643) auch den historischen Kontext und Informationen zur Person des Entdeckers und seines Navigators Visscher. Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Rezension, Schifffahrtsgeschichte, Zeitalter der Entdeckungen

Rätselhaftes Totenritual am Göbekli Tepe

Anthropologen des Deutschen Archäologischen Instituts entdecken rituelle Ritzungen an 11.000 Jahre alten menschlichen Schädeln

Luftbild von Göbekli Tepe. Copyright DAI

Presseinfo des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) vom 28.06.2017: Was taten die Menschen vor 11.000 Jahren in den Steinkreisen zwischen den riesigen T-Pfeilern in Göbekli Tepe? Warum ritzten sie mit Feuerstein tiefe Spuren in die Schädel ihrer Vorfahren oder Feinde? Die Deutung des steinzeitlichen Kultplatzes Göbekli Tepe in der Südost-Türkei beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Die monumentalen Anlagen mit ihren großartigen Tierornamenten weisen auch Darstellungen geköpfter Menschen auf, die auf eine Nutzung des Platzes im Rahmen von rituellen Handlungen deuten. Fragmente menschlicher Schädel, die im Bereich der Anlagen gefunden wurden, geben erste Hinweise auf einen neuartigen Totenkult. Weiterlesen

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Ethel B. Tweedie: Ins Land der Sagas und Geysire

Ein wilder Ritt durch Island
Ferien in Island, ein Unterfangen, das im Jahre 1886 recht ungewöhnlich für eine junge Dame der Londoner High Society war. Island war in jeder Zeit eher ein Ziel für Naturforscher oder Geschäftsleute. Für Ethel Briliana Tweedie (geb. Harley) war die Fahrt ein Abenteuer, sozusagen ein Kontrastprogramm zur anstrengenden Londoner Partysaison und den üblichen Schickeria-Reisen in die Schweiz oder andere mondäne aber eher langweilige Ziele. Das Schreiben und die Publikation ihres Reisetagebuches (1888) war zunächst ein Mittel des Selbstausdrucks, ein Zeitvertreib. Weiter auf Kulturstrom

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Eingeordnet unter 19. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Rezension

Mörder, Diebe und Betrüger

Kriminalität in Frankfurt im 18. Jahrhundert

Prügeleien, Mord und Totschlag, Raubüberfälle, Urkundenfälschung und Hochstapelei, Prostitution und vieles mehr füllen die Kriminalakten Frankfurts aus dem 18. Jahrhundert. Auf den ersten Blick kein wesentlicher Unterschied zur heutigen Zeit. Und doch haben viele Delikte andere Hintergründe als heute und vor allem die Strafverfolgung hatte, diplomatisch formuliert, im Vergleich zu heute gewisse Besonderheiten. Konrad Schneider, bis 2015 wissenschaftlicher Archivar am Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt am Main hat sich unter anderem intensiv mit dem Bestand Criminalia des Instituts auseinandergesetzt und aus diesen Erfahrungen das Buch über die Kriminalität in Frankfurt im 18. Jahrhundert verfasst. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Rezension

Kurze Geschichte des Alten Afrika

von den Anfängen bis 1600

Es erscheint auf den ersten Blick ein wenig seltsam, dass die „kurze“ Geschichte des Alten Afrika nicht mit der ägyptischen Kultur beginnt. Statt dessen holt der Afrikanist Arno Sonderegger so richtig aus und startet seine Geschichtsschreibung gewissermaßen bei der Menschwerdung des Affen. Das allerdings ist nicht die einzige Überraschung, die dieses Buch bietet. Es verlässt in weiten Teilen unser klassisches Geschichtsverständnis und eröffnet dem Leser dadurch neue, faszinierende Perspektiven auf und Einsichten in „das Leben der Menschen der Vergangenheit in seiner ganzen Fülle.“ Weiterlesen

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