Archiv der Kategorie: Rezension

Begleitband: Der Auerochse – eine Spurensuche

Foto: Museum Lorsch

Bis zum Jahr 1627 begleitete der Auerochse die Menschheitsgeschichte, sei es als Nahrungsquelle der Alt- und Mittelsteinzeit, sei es in seiner domestizierten Form als Nutztier. Als das letzte Exemplar seiner Art 1627 in Polen altersbedingt verstarb, war der Auerochse längst zum Mythos geworden. Diesem Mythos aber auch der Biologie und der Natur- und Kulturgeschichte des mächtigen Rindes gehen die Autoren des Begleitbandes zur gleichnamigen Sonderausstellung „Der Auerochse – eine Spurensuche“ im Museumszentrum Lorsch auf den Grund. Nicht zuletzt aber sollen auch die Hintergründe der europäischen Rückzüchtungsprojekte, allen voran das 2013 in Lorsch initiierte Auerrind-Projekt vermittelt werden. Für den Leiter des Auerrindprojektes, Claus Kropp jedenfalls stellt die Rückzüchtung des Auerochsen in Verbindung mit der extensiven Ganzjahresbeweidung in Naturschutzgebieten und Brachflächen einen wesentlichen Beitrag zur Revitalisierung der ehemaligen Artenvielfalt in Europa dar. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Ausstellungen, Geschichte im Querschnitt, Rezension

Von Inseln, die keiner je fand

Sie heißen Atlantis, Thule, Kibu oder Fusang, phantastische Inseln, die oft für Jahrhunderte und gelegentlich bis in die jüngste Zeit Welt- und Seekarten zierten oder Gegenstand mythischer Geschichten waren. Sie alle haben eine eigene Biografie, wurden einst in den Gehirnen einzelner Menschen geboren, entwickelten ein geografisch-mythisches Eigenleben und gingen irgendwann den Weg alles Irdischen indem sie schließlich als nicht existent von den Karten verschwanden. Der Journalist und Schriftsteller Malachy Tallack führt den Leser mit seinem Buch „Von Inseln, die keiner je fand“ in die Welt der nicht existierenden insularen Welten. Die Illustrationen von Katie Scott bilden dabei den phantasieanregenden Rahmen. Weiterlesen

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Im Schatten der Entdecker

Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender

Unter einem für Europäer ungewohnten Blickwinkel betrachtet der Geisteswissenschaftler Dr. Volker Matthies das Zeitalter der Entdeckungen. Dabei stellt er dem Wagemut der europäischen Reisenden die in deren Reiseberichten meist unterrepräsentierten Leistungen der indigenen Begleiter gegenüber. Im Ergebnis erweisen sich die im eurozentrischen und kolonialistischen Blick als einzigartige Heldentaten begriffenen Aktionen der „weißen“ Abenteurer und Forscher doch als ein wenig profaner. Weiterlesen

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Die Wikinger und ihre Schiffe

Welche Funktion und Bedeutung hatten Schiffe in der Wikingerzeit und welchen Wert haben die archäologischen Zeugnisse für unsere heutige Gesellschaft? Diesen Fragen geht Sunhild Kleingärtner im Sonderheft 12/2017 der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ nach. Die Autorin betrachtet den Untersuchungsgegenstand „Wikingerschiff“ dabei aus archäologischen sowie gesellschafts- und kulturgeschichtlichen Perspektiven. Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter Allgemein, Rezension, Schifffahrtsgeschichte

Runen

Geschichte – Gebrauch – Bedeutung

Über Runen ist bereits viel geschrieben worden. Vieles dessen, was heute hierzulande über die germanischen Schriftzeichen als bekannt gilt, stammt vor allem aus der esoterischen und romantischen Ecke. Mit dem Buch Runen legt der Professor für Germanistik und Skandinavistik, Arnulf Krause, ein wissenschaftlich fundiertes und verständliches Sachbuch zum, Thema vor.

Der Autor wählt in seiner Einführung einen unerwarteten Einstieg in das Thema. Mit Jules Verne lässt er den Leser – ausgelöst durch einen geheimnisvollen Runentext des fiktiven Alchemisten Arne Saknussemm – mal schnell zum Mittelpunkt der Erde reisen und mit J.R.R. Tolkien ihn die Welt der Runen von Mittelerde. Ein gelungener Einstieg, mit dem der Leser in die reale Welt germanischen Schriftzeichen gezogen Wird. Mit den folgenden Ausführungen zum kultur-, sprach- und schriftgeschichtlichen Hintergrund der Germanen, schafft er dann eine solide Grundlage für die differenzierte Darstellung zu Geschichte, Gebrauch und Bedeutung der – im wahren Sinne des Wortes Runen – geheimnisvollen Schriftzeichen. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 3 Mittelalter, Rezension

Charles Darwin – Die Entstehung der Arten

Eine Illustrierte Edition

Nach dem opulenten Band „Die Fahrt der Beagle“ (ersch. 2016) hat der Theiss-Verlag nun ein weiteres Werk von Charles Darwin als illustrierte Edition publiziert: „Die Entstehung der Arten“ (ersch. 2017). Bei beiden Büchern handelt es sich um übersetzte englischsprachige Originalausgaben, die bereits 2015 (The Voyage of the Beagle) und 2008/2011 (On the Origin of Species) erschienen sind.
Das vorliegende Buch „Entstehung der Arten“ basiert auf Darwins Text der Erstausgabe von 1859, die sich nicht speziell an Fachleute richtete. Dennoch ist es aus verschiedenen Gründen ein wenig anstrengend zu lesen. Aber wie es der Herausgeber der englischsprachigen Ausgabe, David Quammen in seiner Einführung formuliert, hat der Leser schon viele Bemerkungen über „Darwinismus“ gehört. Doch „Lassen Sie sich nicht von Ersatzspielern in die Irre führen […] Wenn Sie wissen wollen, was Darwin gesagt und gedacht, wofür er gestanden hat – dann lesen Sie dieses Buch.“ Weiterlesen

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Eingeordnet unter 5 Neuzeit, Rezension

Signale der Seefahrt

Der lange Weg zum internationalen Flaggencode

Prächtige Flaggen und Wimpel schmücken die Galeeren, Kriegs- und Handelssegler auf den maritimen Gemälden der vergangenen Jahrhunderte. Dabei handelt es sich bei der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Flaggenpracht bereits um Vorläufer des Signalwesens. Position, Farben und Gestaltung des flatternden Tuches oft gewaltiger Ausmaße hatten durchaus eine Bedeutung für den kundigen Betrachter. Bis zum ausgeklügelten internationalen Codesystem dieser Tage war es jedoch ein weiter und mühsamer Weg, den Detlef Hechtel in seinem Buch Signale der Seefahrt beschreibt. Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter 5 Neuzeit, Rezension, Schifffahrtsgeschichte

Francesco Carletti: Reise um die Welt

Erlebnisse eines Kaufmanns aus Florenz

Francesco Carletti, ein Kaufmann aus Florenz unternahm im Jahre 1594 eine Reise zu den Kapverdischen Inseln, die ihn schließlich um die ganze Welt führen sollte. Über Kolumbien, Peru und Mexiko gelangte er, immer auf der Suche nach profitablen Handelsmöglichkeiten, schließlich zu den Philippinen. Er besuchte Japan und China, um schließlich über Malakka, Goa und das Kap der Guten Hoffnung nach Europa zuzurückzusegeln. Geschäftlich war die Reise ein Desaster, durch seine Beschreibungen von Land und Leuten, hat er der Nachwelt in Form seiner Reiseerzählungen allerdings ein eindrucksvolles und aufschlussreiches historisches Dokument hinterlassen. Das hebt sich nicht nur durch seinen Blickwinkel auf spannende Weise von den bei uns wesentlich bekannteren Reisetagebüchern der Entdecker und Eroberer der frühen Neuzeit ab. Weiter auf Marexpedi

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Rezension

Monumente der Sehnsucht

Die Sammlung Korkmodelle auf Schloss Friedenstein Gotha

Korkmodelle (Phelloplastiken) antiker Bauten gehörten im 18. und 19. Jahrhundert nicht nur zu den beliebten Mitbringseln wohlhabender Italienreisender, sondern waren auch begehrte Sammlerobjekte herzoglicher und fürstlicher Kabinette. In Monumente der Sehnsucht präsentiert der Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Prof. Dr. Martin Eberle die 15 Kork-Architekturmodelle aus der Sammlung des Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Die Modelle der Gothaer Sammlung stammen überwiegend vom  römischen Künstler Antonio Chichi, dem wohl renommiertesten Phelloplastiker seiner Zeit. Weitere bedeutende Sammlungen seiner Arbeiten finden sich heute nur noch in Kassel und Darmstadt. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 5 Neuzeit, Rezension

Frühe Maingeschichte

Archäologie am Fluss

Der Begleitband zur Sonderausstellung im Knauf-Museum Iphofen stellt nicht nur archäologische Objekte und Fundplätze entlang des Mains vor, wie der Klappentext suggeriert. Da verrät der Titel des Buches „Frühe Maingeschichte“ tatsächlich ein wenig mehr. Denn ohne die Kenntnis der Naturgeschichte des Flusses, der ebenfalls Platz in dem Buch eingeräumt wird, wären die Geschichte der Menschen am Main, die Bedeutung  und Hintergründe der anthropogenen Funde und Fundorte nur schwer zu interpretieren. Und so erwartet den Leser eine anspruchsvolle komplexe Gesamtschau der Maingeschichte von der frühesten Zeit bis zum frühen Mittelalter anhand von wissenschaftlich erläuterten Einzelbeispielen. Weiterlesen

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