Archiv der Kategorie: Pressemitteilungen

Ausgestorbene Säugetierarten der Kaiman-Inseln neu entdeckt

Illustration einer Bahama-Ratte (c) Mark Catesby

Ein Expertenteam der Zoologischen Gesellschaft Londons (Zoological Society of London, ZSL), des Amerikanischen Museums für Naturgeschichte und des New Mexico Museums für Naturgeschichte fand bei Knochenuntersuchungen aus Sammlungen britischer und amerikanischer Museen Fossilien bislang unbeschriebener Arten, die noch bis vor rund 300 Jahren die Kaiman-Inseln bevölkert hatten. Bei den Relikten der ausgestorbenen Arten handelt es sich um Knochen, die ursprünglich wohl von Krokodilen auf den Kaimans verdaut worden sind. Wie das Team am 04.03.2019 im Bulletin des Amerikanischen Museums für Naturgeschichte publizierte, fand es zwei neue Baumrattenarten (Capromys pilorides lewisi und Geocapromys caymanensis) und ein kleines spitzmausartiges Säugetier (Nesophontes hemicingulus). Bei den drei Tieren handelt es sich um ehemalige auf den Kaiman-Inseln endemische Arten, die, wie die Wissenschaftler vermuten, um etwa 1700 im Rahmen der Ankunft europäischer Siedler und deren Einführung von Ratten, Hunden und Katzen, ausgerottet wurden.

Die untergegangene Welt der karibischen Fauna

Capromyid oder hutia Fossilien die von Kuba-Krokodilen verdaut worden sind, gefunden im Queen Elizabeth II Botanic Park, Grand Cayman (c) NMMNH

Bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse erklärte Professor Samuel Turvey vom ZSL: „Menschen sind höchstwahrscheinlich für das Aussterben dieser neu beschriebenen Säugetiere verantwortlich und das ist nur die Spitze des Eisbergs des Säugetiersterbens in der Karibik.“ So seien, wie Turvey ausführte, nahezu alle Säugetierarten dieser tropischen Inselwelt einschließlich der einheimischen Faultiere und Affen im Laufe der letzten Zeit verschwunden. Es sei lebenswichtig, die Faktoren zu verstehen, die für das Aussterben von Inselarten in der Vergangenheit verantwortlich sind, weil zahlreiche vom Aussterben bedrohe Arten auf Inseln zu finden sind. Die Handvoll karibischen Arten. die noch existieren, seien die letzten Überlebenden einer einzigartigen untergegangenen Welt und repräsentierten einige der weltweit wichtigsten Naturschutzziele.

Die Ratten und kleinen Biester des Sir Francis Drake

Kubanische Baumratte Capromys pilorides, nächste lebende Verwandte der neu beschriebenen Säugetiere (c) Nancy Albury

Bei den Tieren, die von Sir Francis Drake bei seinem Besuch der Kaiman-Inseln 1586 als „Ratten“ und „kleine Biester wie Katzen“ beschrieben wurden, könnte es sich um die jetzt ausgestorbenen Capromys oder Geocapromys gehandelt haben. Trotz der großen maritimen Barriere, die die Kaimans von den anderen Karibikinseln trennt, ähneln die in der Studie beschriebenen Tiere denen auf Kuba. Und andere Unterarten der Baumratten haben auf Kuba bis heute überlebt. Möglicherweise sind die Kaimans ursprünglich von Säugetieren besiedelt worden, die auf treibenden Ästen von Kuba aus die Inseln erreicht haben. Immerhin konnte beobachtet werden, dass solche natürlichen „Vegetationsflöße“ rund 100 Kilometer in weniger als einer Woche zurücklegen können.

Die Zeit der Entdeckung neuer Arten ist noch längst nicht vorbei

Professor Ross MacPhee von der Säugetierabteilung des American Museum of Natural History, ein Koautor der Studie sagte: „Obwohl man glauben könnte, dass die große Zeit der biologischen Entdeckungen längst vorbei sind, ist das Gegenteil der Fall. Bei nur einer einzigen möglichen Sichtung in der Frühzeit der europäischen Expansion in die Neue Welt waren die kleinen Säugetiere der Kaimans bis zur heutigen Entdeckung ihrer Fossilien völlig unbekannt. Ihre engsten Verwandten stammen von Kuba. Wie und wann hatten sie es wohl geschafft, die 250 Kilometer weite Reise über das offene Meer zu bewältigen?“

Basis: Presseinformation ZSL vom 04.03.2019

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Provenienzforschung im Projekt „Schwieriges Erbe“

Abschlussbericht zum Umgang mit kolonialzeitlichen Objekten im Linden-Museum Stuttgart

Pressemitteilung des Linden-Museum Stuttgart vom 13.11.2018. Die Eberhard Karls Universität Tübingen und das Linden-Museum Stuttgart untersuchten unter dem Titel „Schwieriges Erbe“ in einem zweijährigen Forschungsprojekt von April 2016 bis März 2018 den museologischen und wissenschaftlichen Umgang mit kolonialzeitlichen Objekten in ethnologischen Museen. Im Rahmen des Projekts, das Pilotcharakter hatte, wurde eine Stelle zur Provenienzforschung von kolonialzeitlichen Objekten eingerichtet. Für 18 Monate konzentrierte sich dieser am Linden-Museum Stuttgart angesiedelte Projektteil auf die Untersuchung von ausgewählten Objektbeständen aus ehemaligen deutschen Kolonialgebieten in Afrika und Ozeanien. Ziel war es, einen systematischen Forschungsansatz für die Provenienzforschung zu kolonialzeitlichen Objekten mit Modellcharakter für ethnologische Museen zu entwickeln. Weiterlesen

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Präparierte Natur: Was wissenschaftliche Objekte verschweigen

Ausstellung der Universität Göttingen wird am 7. Oktober eröffnet

(Presseinformation der Universität Göttingen vom 01.10.2018) Ein Tierskelett im Film, eine getrocknete Pflanze im Buch oder ein Schädel im Gemälde? Wenn wissenschaftliche Objekte in neuen Zusammenhängen auftreten, nehmen sie oft überraschende Rollen ein. Warum das so ist, zeigen Studierende des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Göttingen in der Ausstellung „Präparierte Natur – Was wissenschaftliche Objekte verschweigen“. Gemeinsam mit Dr. Margarete Vöhringer, Professorin für Materialität des Wissens, eröffnen sie die Ausstellung am Sonntag, 7. Oktober 2018, um 11 Uhr im Alten Auditorium, Raum 0.111, Weender Landstraße 2. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen naturwissenschaftliche Präparate aus der Zoologie, der Humanbiologie und der Botanik, die das Seminar zwei Semester lang untersucht hat. Dabei wurde deutlich, dass Tier-skelette, Schädel, getrocknete Pflanzen, Korallen und Muscheln nicht nur in den Wissenschaften, sondern auch in Kunst, Literatur und Alltagskultur mit Bedeutung aufgeladen werden. „Wenn Objekte in Büchern, Filmen oder bildender Kunst auftreten, rufen sie ganz unterschiedliche Assoziationen hervor, die auch auf die Wissenschaften zurückwirken“, erklärt Vöhringer. Aus diesem Grund präsentieren die Ausstellungsmacher die naturwissenschaftlichen Präparate auch in ihren verschiedenen kulturellen Formen. Ein Blick darauf lässt erahnen, was die Objekte verschweigen.

Die Ausstellung ist bis zum 31. März 2019 an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat im Rahmen der Sonntagsspaziergänge von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen sind unter www.uni-goettingen.de/praeparierte-natur zu finden

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Ältester Knochen eines Hundes in Westfalen gefunden

Eiszeit-Ausgrabungen an der Blätterhöhle gehen weiter

Tibia-Knochen eines Hundes aus der späteisenzeitlichen Grabungsschicht.
Foto: LWL / T. Pogarell

Pressemitteilung vom 24.09.2018, Hagen (lwl). Die Blätterhöhle in Hagen ist eine der wichtigsten Fundplätze für die Steinzeit in Nordrhein-Westfalen und weit darüber hinaus. Bei der aktuellen Grabung auf dem Vorplatz der Höhle drangen die Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und ihre Kooperationspartner tiefer in die Schichten aus dem Ende der letzten Eiszeit vor. Verschiedene neue Funde geben seltene Einblicke in die Umwelt und Lebensweise der Menschen vor über 11.500 Jahren. Dazu gehören Tierknochen mit Bearbeitungsspuren und Werkzeuge aus Feuerstein. Darüber hinaus könnte sich ein Knochenfund aus der späteisenzeitlichen Schicht als der älteste in Westfalen gefundene Hund herausstellen. Weiterlesen

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Die Rückkehr der Mumien

Ausstellung MUMIEN – Geheimnisse des Lebens

Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus Lebensgroße Steinskulpturen im Glasfoyer zum Hofgarten, © Reiss-Engelhorn-Museen, Foto: Jean Christen

 (Presseinformation rem) Es war eine Sensation, als im Jahr 2004 zwanzig verschollen geglaubte Mumien in den Depots der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen (rem) wiederentdeckt wurden. Ihre Erforschung war der Beginn eines großen internationalen und interdisziplinären Mumienforschungsprojekts, dem German-Mummy-Projekt. Die ersten Ergebnisse und die Mannheimer Mumien wurden 2007 im Rahmen einer großen Sonderausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Zusammen mit zahlreichen weiteren Mumien aus allen Naturräumen und Kulturen bewies die Schau, dass Mumifizierung ein weltumspannendes Phänomen ist. Seit 2008 sind die Mannheimer Mumien und die rem-Ausstellung auf Tour. Nach mehrjähriger Reise über zwei Kontinente, durch sieben Länder und mit drei Millionen Besuchern kommen die Mumien im Herbst 2018 zurück nach Mannheim. Vom 16. September 2018 bis 31. März 2019 präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen im Museum Zeughaus die große Sonderausstellung „MUMIEN – Geheimnisse des Lebens“. Weiterlesen

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Richard Löwenherz – Ausstellung

im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Gestaltung: Lisa-Marie Malek für das Historische Museum der Pfalz Speyer, Foto: Dennis Gilbert

Vom 17. September 2017 bis zum 15. April 2018 zeigt das Historische Museum der Pfalz in Speyer die Sonderausstellung „Richard Löwenherz. König – Ritter – Gefangener“. Im Mittelpunkt dieser Schau steht Richards Lebensgeschichte, seine Herkunft, sein Aufstieg und sein tiefer Fall auf dem Höhepunkt der Macht. Der Ausstellungsrundgang endet mit einem Blick auf die Verschiebung der Machtverhältnisse in England und Europa nach seinem Tod. Weiterlesen

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„AHOOBAA – den Ahninnen und Ahnen gewidmet“

Künstlergespräch und Vortrag im Altonaer Museum

Sonntag, den 17. September 2017 um 15 Uhr und 16 Uhr

Joe Sam-Essandoh, AHOOBAA, Foto afrika-hamburg.jpg

Unter dem Titel „AHOOBAA – den Ahninnen und Ahnen gewidmet“ ist im Altonaer Museum aktuell die Rauminstallation von Joe Sam-Essandoh zu sehen. AHOOBAA ist eine Intervention in der Abteilung zur Handelsschifffahrt im Altonaer Museum, wo die Maskenobjekte zwischen Modellen von Handelsschiffen hängen, die im 18. und 19. Jahrhundert vom Altonaer Hafen aus die Weltmeere befuhren. Mit dieser Rauminstallation erinnert das Altonaer Museum an eine bislang nur wenig bekannte Facette der Altonaer Stadt- und Handelsgeschichte: die Beteiligung der Handelshäuser vor Ort am Dreieckshandel zwischen Europa, Westafrika und der Karibik. Weiter auf Marexpedi

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Rätselhaftes Totenritual am Göbekli Tepe

Anthropologen des Deutschen Archäologischen Instituts entdecken rituelle Ritzungen an 11.000 Jahre alten menschlichen Schädeln

Luftbild von Göbekli Tepe. Copyright DAI

Presseinfo des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) vom 28.06.2017: Was taten die Menschen vor 11.000 Jahren in den Steinkreisen zwischen den riesigen T-Pfeilern in Göbekli Tepe? Warum ritzten sie mit Feuerstein tiefe Spuren in die Schädel ihrer Vorfahren oder Feinde? Die Deutung des steinzeitlichen Kultplatzes Göbekli Tepe in der Südost-Türkei beschäftigt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. Die monumentalen Anlagen mit ihren großartigen Tierornamenten weisen auch Darstellungen geköpfter Menschen auf, die auf eine Nutzung des Platzes im Rahmen von rituellen Handlungen deuten. Fragmente menschlicher Schädel, die im Bereich der Anlagen gefunden wurden, geben erste Hinweise auf einen neuartigen Totenkult. Weiterlesen

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Ausgrabungen am alten Eisenbahntunnel im Eggegebirge

Erst unter Wasser, jetzt an Land

Jüngster Fund aus dem Eggegebirge: Studierende der Universität Kiel legen in einem Kooperationsprojekt mit der LWL-Archäologie für Westfalen einen Baumsturz frei. In diesem befinden sich zahlreiche Dachziegel des alten Wächterhäuschens. Foto: LWL/N. Wolpert

Willebadessen/Lichtenau (lwl). Die Forschungen an der „Alten Eisenbahn“, einer nie vollendeten Tunnelbaustelle des 19. Jahrhunderts, gehen in die nächste Runde. Aktuell graben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einem Kooperationsprojekt mit der Universität Kiel wieder im Eggegebirge. Nach dem Einsatz von Tauchern im vergangenen Jahr – der Premiere der Unterwasserarchäologie in Westfalen – werden die archäologischen Untersuchungen nun an Land fortgesetzt. Gemeinsam suchen die Archäologen nach den Resten eines Wächterhäuschens und öffnen verschüttete Schächte. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 19. Jahrhundert, 5 Neuzeit, Archäologie, Pressemitteilungen

Ausstellung „Begraben und Vergessen? Knochen erzählen Geschichte“

Basis: Pressemeldung Kloster Lorsch 16. März 2017. Vom 19. März bis 14. Mai 2017 zeigt das UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch im Schaudepot Zehntscheune die Sonderausstellung „Begraben und Vergessen? Knochen erzählen Geschichte“. Die Ausstellung nimmt auf der Grundlage aktueller archäologisch-anthropologischer Untersuchungen erstmals die Menschen des Klosters in den Blick, die vom frühen bis zum späten Mittelalter in der bedeutenden Reichsabtei Karls des Großen lebten, arbeiteten und dort begraben wurden. Höhepunkt der Schau ist die 3D-Gesichtsrekonstruktion eines Lorscher Mönchs aus der Hochphase des Klosters um 900. Damit wird für die Besucher zum ersten Mal eine visuelle und virtuelle Begegnung mit einem Menschen aus dem frühen Mittelalter möglich, der vor rund 1100 Jahren im Kloster Lorsch gelebt und vielleicht die Erbauung der weltberühmten Torhalle erlebt hat. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 3 Mittelalter, Archäologie, Ausstellungen, Pressemitteilungen