Archiv der Kategorie: 20. Jahrhundert

Interniert in Australien

Die Tagebücher des Fritz Stegherr

Aus dem Tagebuch Fritz Stegherrs: „Die hier sichtbaren Anlegebrücken liegen links von den vorhergehenden drei ....und heißen "Kings" und "Queens" Pier. Noch weiter nach links käme dann Hobarts Stolz, die über 900 m lange "Ocean" Pier. Das untere Bild zeigt Burnie, einen Hafen an Tasmaniens Nordküste.“ ©Roswitha Müller

Aus dem Tagebuch Fritz Stegherrs: „Die hier sichtbaren Anlegebrücken liegen links von den vorhergehenden drei ….und heißen „Kings“ und „Queens“ Pier. Noch weiter nach links käme dann Hobarts Stolz, die über 900 m lange „Ocean“ Pier. Das untere Bild zeigt Burnie, einen Hafen an Tasmaniens Nordküste.“ ©Roswitha Müller

Es ist immer schön, wenn man mit seiner Arbeit als Journalist auch etwas bewegen kann. So wie mit dem 2014 aufgegriffenen Thema der Internierung Deutscher Zivilisten, Soldaten und deutschstämmiger Australier in australischen Lagern. Inzwischen sind aufgrund meiner Beiträge in GeschiMag die Tagebücher des Fritz Stegherr, 4. Offizier der SS Oberhausen aufgetaucht, des Schiffes, mit dessen Schicksal ich in das Thema eingestiegen war. Tausende von Seiten über seinem unfreiwilligen Aufenthalt in den Internierungslagern Australiens hatte der Seemann niedergeschrieben. Die sollen von Stegherrs Enkelin Roswitha Müller jetzt über entsprechende Institutionen zu Forschungszwecken der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im Folgenden die Geschichte, die zum Auftauchen der Tagebücher geführt hat sowie Informationen über Fritz Stegherr und seine Tagebücher. Weiterlesen

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Szenerien und Illusion

Geschichte, Varianten und Potenziale von Museumsdioramen

9783835317987lWer kennt sie nicht, die Schaukästen oder lebensgroßen Ensembles, die in den Museen einen realistischen dreidimensionalen Eindruck von historischen, naturräumlichen oder archäologischen Situationen vermitteln. Da findet sich der Besucher vor der Höhle einer steinzeitlichen Jägergruppe wieder, unternimmt eine visuelle Wanderung durch die Pflanzen- und Tierwelt des Amazonas oder verschafft sich einen Überblick über die Geschehnisse einer Schlacht, als stehe er wie ein General auf dem Feldherrnhügel. Museumsdioramen sind sowohl in ihrer Ausführung, der Ausstattung den Inhalten und ihrer eigenen Geschichte außerordentlich vielfältig und damit nun selbst Gegenstand wissenschaftlicher Forschung geworden. Das Buch Szenarien und Illusion fasst als Band 32 der Abhandlungen und Berichte des Deutschen Museums den aktuellen Stand der Forschung zusammen. Weiterlesen

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Lusitania – Kulturgeschichte einer Katastrophe

LusitaniaAls am 7. Mai 1915 ein deutsches U-Boot den Passagierdampfer Lusitania torpedierte, fanden fast 1200 Menschen, darunter viele Kinder und Frauen den Tod. „Mit dieser kaltblütig herbeigeführten Schiffskatastrophe,“ so der Klappentext, „bestätigten die Deutschen ihren Ruf als Barbaren.“ In seinem Buch Lusitania – Kulturgeschichte einer Katastrophe zeigt Willi Jasper auf, dass die Lusitania-Versenkung  als „Urkatastrophe beider Weltkriege“, als „Beginn der Entgrenzung totalitärer Gewalt“ angesehen werden kann. Weiterlesen

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Gertrude Bell – Das Raunen und Tuscheln der Wüste

Eine Reise durch das alte Syrien

018Als der legendäre Lawrence von Arabien 1909 erstmals durch Syrien und Palästina reiste, um die Architektur von Kreuzfahrerburgen zu studieren, da hatte die lange in Vergessenheit geratene Archäologin und Geheimagentin Gertrude Bell ihre erste große Expedition in dieser Region längst hinter sich. 1905 durchquerte sie als erste Europäerin allein die syrische Wüste, lediglich begleitet von Maultiertreibern, einem Koch, (einheimischen) Soldaten und einem einheimischen Führer. Beim ersten Treffen zwischen Lawrence und Bell 1911 bei archäologischen Grabungen im Süden der Türkei, war sie längst eine Berühmtheit und er ihrer Einschätzung nach „Ein interessanter Junge. Wird ein Reisender.“.
„Das Raunen und Tuscheln der Wüste“ ist die Übersetzung des Tagebuches, das Gertrude Bell auf ihrer ersten großen Expedition von Jerusalem über Damaskus, Homs, Aleppo nach Antiochia – dem heutigen Antakya in der Türkei – geführt hat. Weiterlesen

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Alfred Thayer Mahan

Alfred-Thayer-MahanVon Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Die Theorien des Amerikaners Alfred Thayer Mahan (1840-1914) von der weltgeschichtlichen Rolle der Seemacht begeisterten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ganze Generation von Marineoffizieren und lieferten die willkommene Begründung für den kostspieligen Bau großer Schlachtschiffgeschwader. Erst die beiden Weltkriege und der spektakuläre Untergang der meisten der gigantischen Riesen durch Torpedos, U-Boote und Trägerflugzeuge offenbarten die gefährliche Einseitigkeit seiner Lehren. Weiterlesen

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The Royal Navy – a history since 1900

Ein Buch aus der Reihe “A History of the Royal Navy”

Cover Royal1900Als sich die Royal Navy mit 165 Schiffen der Home Fleet am 26. Juni 1897 anlässlich des 60. Regierungsjubiläums von Queen Victoria in Portsmouth präsentierte, war das eine wohl einmalige öffentliche zur Schau Stellung britischer Seemacht. Mit gerade einmal knapp 80 Schiffen muss die Britische Marine heute ihre weltweiten Aufgaben erledigen. Dass das nicht nur Ergebnis der Entwicklung modernster Waffentechnologien, sondern auch politischer Hintergründe und veränderter strategischer Ausrichtungen ist, entwickeln die Autoren Duncan Redford und Philip D. Grove in ihrem Buch „The Royal Navy – a history since 1900. Weiterlesen

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Segelschifffahrt im 20. Jahrhundert

vom Frachtschiff zum Traditionssegler – Padua, Feije und die Eye of the Wind

Die Eye of the Wind unter Vollzeug. Foto: Frank Anders

Die Eye of the Wind unter Vollzeug. Foto: Frank Anders

Rund 2000 Traditionssegler unterschiedlicher Größe schippern derzeit über die Meere und an den Küsten. Die ehemalige Viermastbark Padua (1926), die heute als russisches Ausbildungsschiff Krusenstern in Dienst ist, gehört mit ihren gut 114 Metern Länge zu den ganz Großen. Die niederländische Feije, ein einmastiges Plattbodenschiff der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert repräsentiert mit ihren rund 10 Metern Länge die Masse der kleinen in Fahrt befindlichen Traditionssegler. Und das 1911 als Zweimastschoner Friedrich (40,23 m) vom Stapel gelaufene Schiff besegelt heute als Brigg Eye of the Wind vor allem die Karibik, Nord- und Ostsee. Weiterlesen

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Generaloberst Heinz Wilhelm Guderian 3

Teil 3: Guderian und der Vernichtungskrieg im Osten

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Das Abzeichen der 2. Panzerarmee von Juni bis Ende 1941. Das G weist auf den Kommandeur Heinz Wilhelm Guderian hin. Quelle: Deut.2.PzArmee-Abzeichen CC BY-SA 3.0

Das Abzeichen der 2. Panzerarmee von Juni bis Ende 1941. Das G weist auf den Kommandeur Heinz Wilhelm Guderian hin. Quelle: Deut.2.PzArmee-Abzeichen CC BY-SA 3.0

Der rasante Aufbau der Panzertruppe war, ebenso wie der des gesamten deutschen Heeres noch längst nicht abgeschlossen, als Hitler schließlich am 1. September 1939 den Einmarsch in Polen befahl. Die Masse der Fahrzeuge bestand immer noch aus den unzulänglichen Typen I und II. Dagegen besaß das deutsche Heer von den kampfkräftigeren Modellen III und IV zu Beginn des Krieges kaum mehr als 300 Panzer, doch waren die meisten Fahrzeuge immerhin mit Funkempfängern ausgestattet. Weiterlesen

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Generaloberst Heinz Wilhelm Guderian 2

Teil 2: Die Entwicklung der Panzerwaffe

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

T-16-Panzer (1927), Prototyp des sowjetischen T-18 auch als MK 1 bezeichnet

T-16-Panzer (1927), Prototyp des sowjetischen T-18 auch als MK 1 bezeichnet

Angeregt von den Berichten des Oberleutnants Ernst Volckheim, einem Panzeroffizier des Ersten Weltkrieges, befasste sich Guderian mit dem Einsatzmöglichkeiten von Kampfpanzern und las jetzt auch intensiv die Werke der englischen Panzerfachleute John Frederike Fuller, Liddell Hart und Martel. Diese Offiziere hatten nach dem Krieg mit der Idee eigenständig operierender Panzerverbände bereits einen zukunftsweisenden Weg beschritten, waren aber zunächst am Widerstand konservativer Kreise im britischen Generalstab gescheitert. Erst 1931 wurde probeweise eine Tankbrigade geschaffen, die aber immer noch der Infanterie unterstellt blieb. Ebenso wie die englischen Offiziere scheiterte in Frankreich der damalige Oberst Charles de Gaules mit seinen Bemühungen, die Panzerwaffe aus ihrer bedrückenden Abhängigkeit von der Infanterie zu befreien. Weiterlesen

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Generaloberst Heinz Wilhelm Guderian 1

Generaloberst Heinz Wilhelm Guderian. Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-139-1112-17 / Knobloch, Ludwig / CC-BY-SA

Generaloberst Heinz Wilhelm Guderian. Quelle: Bundesarchiv, Bild 101I-139-1112-17 / Knobloch, Ludwig / CC-BY-SA

Heinz Wilhelm Guderian wurde am 17. Juni 1888 im westpreußischen Kulm geboren. Er gilt als Erfinder der Panzertruppe als selbständige militärische Gattung. Als Sohn des Lieutenants Friedrich Guderian war seine militärische Karriere programmiert. Mit 13 Jahren trat er in das Kadettenkorps in Karlsruhe ein, später besuchte er die Kriegsakademie in Berlin. Ab 1907 diente er als Fähnrich und wurde 1908 zum Leutnant befördert. Nach seiner Karriere im ersten und zweiten Weltkrieg verstarb Heinz Wilhelm Guderian schließlich am 14. Mai 1954 an seinem Alterssitz in Schwangau. Weiterlesen

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