Archiv der Kategorie: 4 Frühe Neuzeit

Raimondo di Montecuculli – Eine barocke Karriere unter dem Doppeladler 2

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Teil 2 Monteculli, Diplomat und Literaturförderer

Raimondo-montecuccoliWohl auch mit Hilfe seines italienischen Landesherrn war Raimondo di Montecuculli nach drei Jahren schwedischer Gefangenschaft im Mai 1642 endlich wieder frei gekommen. So diente er 1643 auch zunächst seinem Herzog im so genannten Burgenkrieg (Guerra di Castro) gegen den Papst und kehrte erst im Jahr darauf auf das deutsche „Kriegstheater“ zurück. Hier war seine Anwesenheit bitter nötig, vor allem nach der erneuten schweren Niederlage der Kaiserlichen in der zweiten Schlacht bei Breitenfeld im November 1642. Weiterlesen

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Raimondo di Montecuculli – Eine barocke Karriere unter dem Doppeladler 1

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Teil 1 Montecuculli Soldat und Literat

HGM_Grießler_MontecuccoliDas Protokoll der Sitzung des Wiener Hofkriegsrates vom 10. Dezember 1680 vermerkte keine besonderen Topoi. Es fällt nur auf, dass von der Liste der Anwesenden der Name des Präsidenten dieses alterwüdigen Gremiums, Raimondo di Montecucolli, wieder gestrichen worden war. Dass er darin überhaupt aufgeführt wurde, verdankte sich wohl nur einer Nachlässigkeit der Hofbürokratie. Denn immerhin war der General-Leutnant, Vertreter des Kaisers im Felde, Inspekteur der kaiserlichen Artillerie, Befehlshaber an der Militärgrenze, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und Träger eines spanischen Fürstentitels bereits seit zwei Monaten tot. Weiterlesen

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Der Londoner Universalfriedensvertrag von 1518

Gastbeitrag von Florian Heydorn

Kardinal Thomas Wolsey

Kardinal Thomas Wolsey

Brügge, 15. August 1521: Es war ein absonderliches Schauspiel, welches sich den Bewohnern der Stadt bot. An der Spitze eines Zuges von über 1000 englischen Soldaten ritten zwei Männer wie Gleichgestellte nebeneinander durch die Stadt, sich angeregt miteinander unterhaltend. Dabei war der Rangunterschied zwischen ihnen nicht eben unbedeutend. Der eine, Karl V., war als Kaiser des römisch-deutschen Reiches und König von Spanien der mächtigste Herrscher der Christenheit. Der andere, Thomas Wolsey, war ungekrönt, ein Kardinal immerhin, und Kanzler des Königs Heinrich VIII. von England. Vier ganze Tage hatte Wolsey Karl warten lassen. Doch der Kaiser nahm es hin, wollte er seinen englischen Gast doch dazu bringen, dessen lästige Vermittlungsbemühungen im Konflikt mit Frankreich endlich einzustellen und stattdessen ein Kriegsbündnis zu schmieden. Wolsey hingegen wollte Karl drängen, endlich ernsthaft über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Denn wo Karl V. Krieg wollte, strebte Wolsey danach, die erst drei Jahre alte Universalfriedensordnung von London zu retten. Weiterlesen

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Die Eroberer

Portugals Kampf um ein Weltreich

www.wbg-darmstadt.deDer Name Vasco da Gama ist uns vor allem mit der erstmaligen Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung ein Begriff. Immerhin hat diese Leistung zunächst den Portugiesen, später den europäischen Seemächten den Seeweg nach Indien eröffnet. Ausgerechnet das bis zum Ende des 15. Jahrhunderts recht bedeutungslos am Rande der europäischen Welt gelegene winzige Portugal hatte es geschafft, an den etablierten Handelsmächten vorbei geradezu schlagartig zum Global Player zu werden. In seinem Buch „Die Eroberer“ beschreibt Roger Crowly den gerade einmal 30-jährigen Prozess, von der ersten Kapumrundung da Gamas im Jahre 1497 bis zur Errichtung des portugiesischen Weltreiches. Weiter auf Marexpedi

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Geschichte der Welt

1350 – 1750 Weltreiche und Weltmeere

9783406641039_coverMit dem Band Weltreiche und Weltmeere ist 2014 der dritte Band der auf sechs Teile angelegten „Geschichte der Welt“ bei C.H.Beck erschienen. Er behandelt den Zeitraum, in der „die Geschichte der Welt“, wie es im Klappentext heißt, „endgültig zu einer zusammenhängenden Weltgeschichte“ wird. Die Tatsache, dass hier über die Autoren Jahrzehnte internationaler Forschung u.a. zur Vorgeschichte der Globalisierung vermittelt und miteinander inhaltlich vernetzt werden, macht das Buch zu etwas Besonderem. Weiterlesen

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Die Macht des Bogens

ein Buch über japanische Bogenschützen und den Mythos einer legendären Waffe

043Ähnlich wie die japanischen Schwerter umgibt die Bogen der asiatischen Insel seit dem mythologischen Zeitalter Nippons ein besonderer Nimbus. Er ist nicht nur die Waffe der Götter und ersten Kaiser, sondern auch der großen Helden des japanischen Mittelalters. Die sind es auch, die sich in der japanischen Holzschnitz- und Theaterkunst wiederfinden. und so ist es dem Autor des Buches gelungen, die Magie des japanischen Bogens in den Sagen und Legenden mit dem kulturellen Ausdruck der bürgerlichen Epoche Japans, dem Schauspiel und den Holzschnitten vor allem der Edo-Zeit zusammenzuführen. Weiterlesen

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Die Entdeckung der Vampire

Die politische Dimension des legendären Blutsaugers

Traktat

Originalseite aus dem 1733 erschienen Traktat „Vernünftige und Christliche Gedancken über die Vampirs“ von Johann Christoph Harenberg.

1725 erreichte Wien der Bericht über das Wüten eines Vampirs im serbischen Dorf Kisolova. Es hieß in dem Dorfe sei ein gewisser Peter Plogojoviz verstorben und bestattet worden. Innerhalb der folgenden acht Tage starben weitere neun Menschen nach 24-stündiger Krankheit. Auf dem Sterbebett berichteten sie, dass der verstorbene Plogojoviz im Schlaf zu ihnen gekommen sei, sich auf sie gelegt und gewürgt habe. Schließlich berichtete die Frau des Verstorbenen, dass ihr toter Mann zu ihr gekommen sei und die Herausgabe seiner Schuhe verlangt habe. Weiterlesen

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Die Welt der Wissenschaft im 18. und 19. Jahrhundert

Göttingen

Göttinger Universitäts- und Bibliotheksgebäude um 1815, Kupferstich von H. Chr. Grape

Mit einer Sonderausstellung feierte die 1737 gegründete Georgia Augusta in Göttingen von Juni bis Oktober 2012 ihr 275 jähriges Bestehen. Dabei präsentierte die seinerzeit führende Hochschule der deutschen Aufklärung ihre auch heute noch international bedeutsamen Lehr- und Forschungssammlungen. Einige dieser Sammlungen stehen in direktem Zusammenhang zu den Reisen der Naturforscher des 18. Jahrhunderts. Die zweifellos bedeutendste und heute weltweit größte ihrer Art ist die Göttinger Cook-Forster-Sammlung , deren Grundstein 1781 durch den damaligen Inspektor der Naturaliensammlung, Johann Friedrich Blumenbach gelegt wurde. Weiterlesen

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Höfische Kleidung im Barock Teil 2

Von lässigen Rheingrafen und einfallsreichen Herzoginnen

Ludwig XIV. von Frankreich

Ludwig XIV. von Frankreich

Der Beginn des Hochbarock lässt sich auf die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg datieren. Die Sehnsucht nach Frieden prägte diese Jahre und damit verschwand auch alles an militärischen Formen aus der Mode.

Die Herrenmode jener Jahre wird zusehends legerer, berühmt berüchtigt in dieser Zeit waren die „Rhingraves“ (also Rheingrafen-Hose oder auch „petticoat breeches“), benannt nach dem Grafen von Salm, der in den 1660er Jahren als Gesandter am französischen Hof wirkte. Ähnlich wie heute saß die Hose tief auf der Hüfte, reichte aber nur bis zur Wade und wurde gern mit Spitze und Bändern geschmückt. Weiterlesen

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Die höfische Kleidung im Barock Teil 1

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Gustav II Adolf von Jakob Elbfal ca. 1630

Von extravaganten Landsknechten und mutigen Königen

Der Dreißigjährig Krieg und seine Folgen prägten das 17. Jahrhundert, nicht nur in politischen und religiösen Belangen, sondern auch in Sachen Kleidung. Während der spanische und österreichische Hof an der strengen spanischen Hofkleidung festhielten, lockerte sich der Modestil im übrigen Europa etwas auf. Vorbild, besonders für die Herrenmode, war seit den 1620er Jahren die Kleidung der Soldaten. Aber auch reiche niederländische Kaufleute beeinflussten den Kleidungsstil besonders zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Weiterlesen

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