Archiv der Kategorie: 4 Frühe Neuzeit

Der Londoner Universalfriedensvertrag von 1518

Gastbeitrag von Florian Heydorn

Kardinal Thomas Wolsey

Kardinal Thomas Wolsey

Brügge, 15. August 1521: Es war ein absonderliches Schauspiel, welches sich den Bewohnern der Stadt bot. An der Spitze eines Zuges von über 1000 englischen Soldaten ritten zwei Männer wie Gleichgestellte nebeneinander durch die Stadt, sich angeregt miteinander unterhaltend. Dabei war der Rangunterschied zwischen ihnen nicht eben unbedeutend. Der eine, Karl V., war als Kaiser des römisch-deutschen Reiches und König von Spanien der mächtigste Herrscher der Christenheit. Der andere, Thomas Wolsey, war ungekrönt, ein Kardinal immerhin, und Kanzler des Königs Heinrich VIII. von England. Vier ganze Tage hatte Wolsey Karl warten lassen. Doch der Kaiser nahm es hin, wollte er seinen englischen Gast doch dazu bringen, dessen lästige Vermittlungsbemühungen im Konflikt mit Frankreich endlich einzustellen und stattdessen ein Kriegsbündnis zu schmieden. Wolsey hingegen wollte Karl drängen, endlich ernsthaft über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Denn wo Karl V. Krieg wollte, strebte Wolsey danach, die erst drei Jahre alte Universalfriedensordnung von London zu retten. Weiterlesen

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Die Eroberer

Portugals Kampf um ein Weltreich

www.wbg-darmstadt.deDer Name Vasco da Gama ist uns vor allem mit der erstmaligen Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung ein Begriff. Immerhin hat diese Leistung zunächst den Portugiesen, später den europäischen Seemächten den Seeweg nach Indien eröffnet. Ausgerechnet das bis zum Ende des 15. Jahrhunderts recht bedeutungslos am Rande der europäischen Welt gelegene winzige Portugal hatte es geschafft, an den etablierten Handelsmächten vorbei geradezu schlagartig zum Global Player zu werden. In seinem Buch „Die Eroberer“ beschreibt Roger Crowly den gerade einmal 30-jährigen Prozess, von der ersten Kapumrundung da Gamas im Jahre 1497 bis zur Errichtung des portugiesischen Weltreiches. Weiter auf Marexpedi

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Geschichte der Welt

1350 – 1750 Weltreiche und Weltmeere

9783406641039_coverMit dem Band Weltreiche und Weltmeere ist 2014 der dritte Band der auf sechs Teile angelegten „Geschichte der Welt“ bei C.H.Beck erschienen. Er behandelt den Zeitraum, in der „die Geschichte der Welt“, wie es im Klappentext heißt, „endgültig zu einer zusammenhängenden Weltgeschichte“ wird. Die Tatsache, dass hier über die Autoren Jahrzehnte internationaler Forschung u.a. zur Vorgeschichte der Globalisierung vermittelt und miteinander inhaltlich vernetzt werden, macht das Buch zu etwas Besonderem. Weiterlesen

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Die Macht des Bogens

ein Buch über japanische Bogenschützen und den Mythos einer legendären Waffe

043Ähnlich wie die japanischen Schwerter umgibt die Bogen der asiatischen Insel seit dem mythologischen Zeitalter Nippons ein besonderer Nimbus. Er ist nicht nur die Waffe der Götter und ersten Kaiser, sondern auch der großen Helden des japanischen Mittelalters. Die sind es auch, die sich in der japanischen Holzschnitz- und Theaterkunst wiederfinden. und so ist es dem Autor des Buches gelungen, die Magie des japanischen Bogens in den Sagen und Legenden mit dem kulturellen Ausdruck der bürgerlichen Epoche Japans, dem Schauspiel und den Holzschnitten vor allem der Edo-Zeit zusammenzuführen. Weiterlesen

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Die Entdeckung der Vampire

Die politische Dimension des legendären Blutsaugers

Traktat

Originalseite aus dem 1733 erschienen Traktat „Vernünftige und Christliche Gedancken über die Vampirs“ von Johann Christoph Harenberg.

1725 erreichte Wien der Bericht über das Wüten eines Vampirs im serbischen Dorf Kisolova. Es hieß in dem Dorfe sei ein gewisser Peter Plogojoviz verstorben und bestattet worden. Innerhalb der folgenden acht Tage starben weitere neun Menschen nach 24-stündiger Krankheit. Auf dem Sterbebett berichteten sie, dass der verstorbene Plogojoviz im Schlaf zu ihnen gekommen sei, sich auf sie gelegt und gewürgt habe. Schließlich berichtete die Frau des Verstorbenen, dass ihr toter Mann zu ihr gekommen sei und die Herausgabe seiner Schuhe verlangt habe. Weiterlesen

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Die Welt der Wissenschaft im 18. und 19. Jahrhundert

Göttingen

Göttinger Universitäts- und Bibliotheksgebäude um 1815, Kupferstich von H. Chr. Grape

Mit einer Sonderausstellung feierte die 1737 gegründete Georgia Augusta in Göttingen von Juni bis Oktober 2012 ihr 275 jähriges Bestehen. Dabei präsentierte die seinerzeit führende Hochschule der deutschen Aufklärung ihre auch heute noch international bedeutsamen Lehr- und Forschungssammlungen. Einige dieser Sammlungen stehen in direktem Zusammenhang zu den Reisen der Naturforscher des 18. Jahrhunderts. Die zweifellos bedeutendste und heute weltweit größte ihrer Art ist die Göttinger Cook-Forster-Sammlung , deren Grundstein 1781 durch den damaligen Inspektor der Naturaliensammlung, Johann Friedrich Blumenbach gelegt wurde. Weiterlesen

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Höfische Kleidung im Barock Teil 2

Von lässigen Rheingrafen und einfallsreichen Herzoginnen

Ludwig XIV. von Frankreich

Ludwig XIV. von Frankreich

Der Beginn des Hochbarock lässt sich auf die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg datieren. Die Sehnsucht nach Frieden prägte diese Jahre und damit verschwand auch alles an militärischen Formen aus der Mode.

Die Herrenmode jener Jahre wird zusehends legerer, berühmt berüchtigt in dieser Zeit waren die „Rhingraves“ (also Rheingrafen-Hose oder auch „petticoat breeches“), benannt nach dem Grafen von Salm, der in den 1660er Jahren als Gesandter am französischen Hof wirkte. Ähnlich wie heute saß die Hose tief auf der Hüfte, reichte aber nur bis zur Wade und wurde gern mit Spitze und Bändern geschmückt. Weiterlesen

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Die höfische Kleidung im Barock Teil 1

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Gustav II Adolf von Jakob Elbfal ca. 1630

Von extravaganten Landsknechten und mutigen Königen

Der Dreißigjährig Krieg und seine Folgen prägten das 17. Jahrhundert, nicht nur in politischen und religiösen Belangen, sondern auch in Sachen Kleidung. Während der spanische und österreichische Hof an der strengen spanischen Hofkleidung festhielten, lockerte sich der Modestil im übrigen Europa etwas auf. Vorbild, besonders für die Herrenmode, war seit den 1620er Jahren die Kleidung der Soldaten. Aber auch reiche niederländische Kaufleute beeinflussten den Kleidungsstil besonders zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Weiterlesen

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Scharnhorst: Reformer der preußischen Armee

Der Offizier aus Hannover gilt als der eigentliche „Spiritus rector“ des Sieges über Napoleon.

Gerhard_david_von_scharnhorstvon Dr. Klaus-Jürgen Bremm

Am 30. November des Jahres 1755 schockierte das Erdbeben von Lissabon die gebildete Welt Europas. Eine völlig zerstörte Kapitale und mehr als 30.000 Tote an einem einzigen Tag desavouierten den enthusiastischen Fortschrittsglauben der internationalen Philosophengemeinde in seinen Grundfesten. Nur 18 Tage vor dieser gigantischen Katastrophe, deren Druckwellen selbst noch im fernen Finnland Häuser einstürzen ließen, war am 12. November 1755 auf dem kleinen Gut Bordenau nördlich der Residenzstadt Hannover Gerhard Johann David Scharnhorst als ältester Sohn des Dragonerunteroffiziers Ernst Wilhelm Scharnhorst geboren worden. Trotz der ärmlichen Umstände seiner Jugend und seiner geringen Herkunft konnte der spätere preußische Reformer bereits auf eine achtenswerte Karriere in der Welfenarmee zurückblicken als im Sommer 1789 Europa erneut durch Schockwellen grundstürzender Ereignisse aufgeschreckt wurde. Weiterlesen

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Karl XII.: Mehr Krieger als Heerführer

Mit dem Tod des „Heldenkönigs“ endete die schwedische Großmachtpolitik

Karl_XII_von Dr. Klaus-Jürgen Bremm

In der Nacht zum 11. November 1714 pochten zwei Reiter an das Tribseer Tor der damals zu Schweden gehörenden Stadt Stralsund, die sich als Eilkuriere mit wichtigen Nachrichten für den Festungskommandanten ausgaben. Nach einigem Hin und Her wurden die beiden obskuren Ankömmlinge schließlich zu General Carl Gustav Dücker geführt. Der aus dem Schlaf gerissene Offizier staunte nicht schlecht, als sich einer der beiden sichtlich erschöpften Reiter als König Karl XII. zu erkennen gab, den ganz Europa immer noch in der fernen Türkei vermutete. Weiterlesen

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