Archiv der Kategorie: Dreißigjähriger Krieg

Raimondo di Montecuculli – Eine barocke Karriere unter dem Doppeladler 3

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Teil 3 Raimondo di Montecuculli, Reformer, Stratege, Visionär

Carl von Blaas: Montecuccoli auf dem Schlachtfeld von Saint Gotthard, 8. August 1664 Von Carl von Blaas

Carl von Blaas: Montecuccoli auf dem Schlachtfeld von Saint Gotthard, 8. August 1664
Von Carl von Blaas

Unter dem damaligen Präsidenten des Hofkriegsrates, Wenzel Fürst Lobkowitz, einem militärischen Minimalisten und langjährigem Widersacher Montecucollis, sank die Stärke der kaiserlichen Truppen im April 1655 auf ihren tiefsten Stand mit 13.700 Mann. Die Idee eines stehenden Heeres war damals nicht neu, fand aber jetzt in Montecucolli einen ihrer engagiertesten Protagonisten. Der „miles perpetuus“ eröffne der Politik neue Optionen, schrieb er etwa 1670 in seinem Spätwerk über den Krieg mit den Türken (Della Guerra col Turco en Ungheria), den so genannten Aforismi. Man werde von Freund und Feind geachtet, halte nach Belieben Frieden und sei dennoch „zum Präventivkrieg bereit“ und könne „eine günstige Gelegenheit rasch ausnutzen d.h. den Blitz vor dem Donner fühlen lassen“. Weiterlesen

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Raimondo di Montecuculli – Eine barocke Karriere unter dem Doppeladler 2

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Teil 2 Monteculli, Diplomat und Literaturförderer

Raimondo-montecuccoliWohl auch mit Hilfe seines italienischen Landesherrn war Raimondo di Montecuculli nach drei Jahren schwedischer Gefangenschaft im Mai 1642 endlich wieder frei gekommen. So diente er 1643 auch zunächst seinem Herzog im so genannten Burgenkrieg (Guerra di Castro) gegen den Papst und kehrte erst im Jahr darauf auf das deutsche „Kriegstheater“ zurück. Hier war seine Anwesenheit bitter nötig, vor allem nach der erneuten schweren Niederlage der Kaiserlichen in der zweiten Schlacht bei Breitenfeld im November 1642. Weiterlesen

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Raimondo di Montecuculli – Eine barocke Karriere unter dem Doppeladler 1

Von Dr. Klaus-Jürgen Bremm, Osnabrück

Teil 1 Montecuculli Soldat und Literat

HGM_Grießler_MontecuccoliDas Protokoll der Sitzung des Wiener Hofkriegsrates vom 10. Dezember 1680 vermerkte keine besonderen Topoi. Es fällt nur auf, dass von der Liste der Anwesenden der Name des Präsidenten dieses alterwüdigen Gremiums, Raimondo di Montecucolli, wieder gestrichen worden war. Dass er darin überhaupt aufgeführt wurde, verdankte sich wohl nur einer Nachlässigkeit der Hofbürokratie. Denn immerhin war der General-Leutnant, Vertreter des Kaisers im Felde, Inspekteur der kaiserlichen Artillerie, Befehlshaber an der Militärgrenze, Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies und Träger eines spanischen Fürstentitels bereits seit zwei Monaten tot. Weiterlesen

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Die höfische Kleidung im Barock Teil 1

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Gustav II Adolf von Jakob Elbfal ca. 1630

Von extravaganten Landsknechten und mutigen Königen

Der Dreißigjährig Krieg und seine Folgen prägten das 17. Jahrhundert, nicht nur in politischen und religiösen Belangen, sondern auch in Sachen Kleidung. Während der spanische und österreichische Hof an der strengen spanischen Hofkleidung festhielten, lockerte sich der Modestil im übrigen Europa etwas auf. Vorbild, besonders für die Herrenmode, war seit den 1620er Jahren die Kleidung der Soldaten. Aber auch reiche niederländische Kaufleute beeinflussten den Kleidungsstil besonders zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Weiterlesen

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Christian Wilhelm – Der gescheiterte Administrator von Magdeburg

Ein erfolgloser Kampf um Macht und Anerkennung 

image01Als Christian Wilhelm von Brandenburg am 11. Januar 1665 starb, war er, der in seinen 77 Lebensjahren so sehr nach Anerkennung gesucht hatte, ein verarmter und politisch bedeutungsloser Mann. Dabei hatte er eigentlich einen mehr als angemessenen Start ins Leben. Bereits im Alter von zehn Jahren wurde der Sohn des Kurfürsten Joachim Friedrich zum Administrator – die protestantische Variante des Erzbischofs – von Magdeburg gewählt, durfte das Amt in der protestantischen Stadt jedoch erst elf Jahre später, 1598, antreten. Von da an reihten sich Probleme an Schwierigkeiten und Niederlagen. Weiterlesen

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Der Kriegerkönig Gustav Adolf

Ein Befreier, den niemand gerufen hatte

Gustav_II_Adolph_in_battle_of_Dirschau_1629Gustav Adolfs Eintritt in den Krieg im Deutschen Reich war eine rein schwedische Entscheidung. Die deutschen Protestanten hatten ihn, trotz ihrer prekären Lage, nicht gerufen. Als der König am 26. Juni 1630 in Peenemünde landete, hatte er keine nennenswerten Verbündeten, nur Stralsund als Stützpunkt. Die protestantischen Hauptmächte Sachsen und Brandenburg standen abseits. Weiterlesen

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Eingeordnet unter 4 Frühe Neuzeit, Dreißigjähriger Krieg, Krieg im Norden Europas zu Lande und zu Wasser zur Zeit des 30 jährigen Krieges

Wenn das Geld rasant seinen Wert verliert

Kipper und Wipper im Dreißigjährigen Krieg

800px-Ausschnitt_VD17_23_244808WWenn Geld im rasanten Tempo an Wert verliert, ist dies für jede Volkswirtschaft eine Katastrophe. Auch zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges bedeutete  die Inflation eine zusätzliche, enorme Belastung für die Bevölkerung, die schon durch die umherziehenden Heere und deren Plünderungen gequält wurden. Vor allem das 1622 in Böhmen gegründete Münzkonsortium heizte die Geldentwertung durch Münzverschlechterung – das Kippen und Wippen – gewaltig an. Weiterlesen

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Der Schwede kommt – der Krieg geht weiter

Vom Frieden mit Christian I., Gustav Adolfs Landung im Reich und Wallensteins Entlassung

Gustav_II_Adolf_landstiger_i_TysklandAls der schwedische König Gustav Adolf  am 26. Juni 1630 in Peenemünde an Land ging, hätte er sich keinen besseren Zeitpunkt für seinen Kriegseintritt im Deutschen Reich aussuchen können. Wichtige Teile der kaiserlichen Armee waren in Italien – im Konflikt um Mantua – gebunden, der scheinbar allmächtige Wallenstein stand kurz vor seiner Ablösung und die Kurfürsten setzten zudem eine drastische Verminderung des kaiserlichen Heeres durch. Da traf der Schwede mit seiner kleinen Armee auf geringen Widerstand. Weiterlesen

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Schlachten brachten im Dreißigjährigen Krieg keine Entscheidung

Nur das Treffen am Weißen Berg  hatte nachhaltige Folgen

800px-Schlacht_am_Weißen_Berg_C-K_063Die Schlachten im Dreißigjährigen Krieg führten nur scheinbar zu langfristigen Umwälzungen. Oft sah es nach einer dauernden Überlegenheit einer der Blöcke aus. Genau diese Situation bewog dann neue Mächte, sich in das tödliche Ringen im Deutschen Reich zu stürzen. Das militärische Treffen mit der nachhaltigsten Wirkung war die Schlacht am Weißen Berg. Der Sieg der Katholiken über die Böhmen war endgültig. Breitenfeld dagegen, hier schlug Gustav Adolf von Schweden die kaiserlich-bayerische Armee unter Tilly, oder auch Nördlingen, ein Desaster für die Schweden, hatten für die Machtverteilung im Reich nur eine vorübergehende Bedeutung. Weiterlesen

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Der Krieg ernährt den Krieg

Die Versorgung der Heere im Dreißigjährigen Krieg

CallotgDer Krieg ernährt den Krieg, so das Credo von Peter Ernst von Mansfeld, einem der bekanntesten Söldnerführer alten Schlages in der frühen Phase des Dreißigjährigen  Kriege. Und was er damit meinte, war grausam. Denn der Krieg hielt sich selbst am Leben und fraß die Menschen. Aber auch die anderen Heerführer dieser Zeit hatten keine andere Wahl: Mangels ausreichender Logistik und finanzieller Ressourcen mussten sie ihren Armeen aus dem Land ernähren. Weiterlesen

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