Großbaustelle 793 – Das Kanalprojekt Karls des Großen zwischen Rhein und Donau

30. April – 10. August 2014 | Museum für Antike Schiffahrt des RGZM

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Bau der Fossa Carolina (Bl. 20r) aus der Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries (M. ch. f. 760) der Universitätsbibliothek Würzburg. Foto: Universitätsbibliothek Würzburg

(Presseinformation des RGZM): Zum 1200. Todestag Karls des Großen zeigt das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) eine Sonderausstellung im Museum für Antike Schiffahrt. Mittelpunkt der rund 300 m2 großen Schau ist ein 793 n. Chr. auf die Initiative Karls des Großen entstandener schiffbarer Kanal, der Rhein und Donau verband. Sie basiert auf aktuellen Forschungen des DFG-Schwerpunktprogramms »Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter«, an dem das RGZM maßgeblich beteiligt ist.

Das Interessante: Die Besucher erhalten Einblicke in die Fragen und Methoden, mit denen die archäologische Forschung ein solches Bauwerk „zum Sprechen“ bringt und in der Folge auch unser Verständnis für die Zeit Karls des Großen erweitert.

Bereits mehr als 1000 Jahre vor der Erbauung des Ludwig-Donau-Main-Kanals Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Karl der Große einen Kanal errichten, um die Flusssysteme von Rhein und Donau miteinander zu verbinden. Damit sollte die europäische Hauptwasserscheide überwunden und die Schiffahrt zwischen Nordsee und Schwarzem Meer entscheidend erleichtert werden. Dieses ambitionierte Vorhaben hat in der Landschaft Spuren hinterlassen, die noch heute von einem der bedeutendsten wasserbaulichen Großprojekte des Frühen Mittelalters Zeugnis abgeben. Ein aktuelles Forschungsprojekt untersucht den sogenannten »Karlsgraben« als Bindeglied der Hafen-Netzwerke an Rhein und Donau. Dabei wird nicht nur das Bauwerk selbst untersucht, sondern auch der Frage nachgegangen, wie sich das Bauvorhaben auf die umgebende Siedlungslandschaft auswirkte.
Die Ausstellung führt die Besucherinnen und Besucher in den laufenden Forschungsprozess; sie beschäftigt sich mit Fragen nach planerischen und technischen Voraussetzungen des Kanalbaus, aber auch nach der Art und Weise seiner Nutzung, nach wirtschaftlichen und machtpolitischen Aspekten. Und nicht zuletzt zeigt sie, mit welchen Methoden die Wissenschaft diese Fragen beantworten will.
Der „Karlsgraben“ oder „Fossa Carolina“ genannte Kanal, der sich in der Nähe von Treuchtlingen in Mittelfranken befindet, wird derzeit von Forscherteams der Universität Jena, der Universität Leipzig und des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms untersucht.

Im Anschluss zieht die Sonderausstellung weiter und wird ab dem 5. September in der Säulenhalle des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München gezeigt.

Zur Fossa Carolina-Projektseite der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Lesen Sie auch den GeschiMag-Artikel: Der Fossa Carolina

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Eingeordnet unter 3 Mittelalter, Ausstellungen, Pressemitteilungen

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