Neues Highlight der Portsmouth Historic Dockyard

Restauration Lord Nelsons HMS Victory als Ausstellungsevent

Am Dienstag den 12. Juli 2011 hatte eine Spezialfirma mit dem ersten Schritt der auf 10 Jahre geschätzten Generalüberholung des ehemaligen Flaggschiffs des Admiral Lord Nelson, der HMS Victory begonnen. Während an diesem Tag die Bram- und Toprah des Vormastes mit Hilfe eines Kranes erfolgreich vom Dreidecker entfernt wurden, sollte sich der Abbau des gesamten Riggs noch Wochen hinziehen.

Immerhin wurden die oberen Abschnitte aller drei Masten sowie der Bugspriet einschließlich sämtlicher Bäume, Spieren und Rahen abgebaut. Rund 45 Kilometer Tauwerk und 768 hölzerne Blöcke galt es ebenfalls zu bergen und je nach Zustand wiederzuverwenden, zu überarbeiten oder zu ersetzen. Denn natürlich wird das nationale Denkmal HMS Victory nicht abgewrackt, sondern vollständig überholt. Rund 10 Jahre soll der Gesamtprozess der Restauration dauern, die Radikalkur für die Takelage ist dabei nur ein Teil der anspruchsvollen Maßnahmen.

Generalüberholung als Publikumsevent eines modernen Museumskonzeptes

An 12. September eröffnete das National Museum der Royal Navy direkt neben dem legendären Kriegsschiff aus dem 18. Jahrhundert eine neue Ausstellung. Unter dem Titel „Knochen aus Eiche und Eisen – unter der Haut der Victory“ können die Besucher nicht nur an der aktuellen Restaurierung teilhaben, in deren Rahmen auch die Spanten freigelegt werden. Instandhaltung der mächtigen hölzernen Segelkriegsschiffe der Nelson–Ära ist das zweifellos ungewöhnliche Generalthema der Ausstellung, die eine weitere Attraktion des Portsmouth Historic Dockyard darstellt. Da geht es um die ständigen Ausbesserungsarbeiten auf See, um die Reparaturen nach Schlachten oder Stürmen oder die Überholungen und Modernisierungen in der Werft, die nicht nur die Victory, sondern alle hölzernen Schiffe erfahren haben.

Die HMS Victory

Anlässlich der aktuellen Instandsetzung des wohl berühmtesten Schiffes der Welt erfahren die Besucher auch, wie die HMS Victory ursprünglich, im Jahre 1759, gebaut wurde und wie sie über die bislang knapp zweieinhalb Jahrhunderte Dienstzeit hinweg erhalten werden konnte. Die Victory, ihre Zimmerleute und Werftarbeiter hatten dabei nicht nur mit den üblichen Bohr- und Holzwürmern, dem Pilzbefall oder eben dem ganz normalen Verschleiß durch Wind und Wetter auf hoher See zu kämpfen.  Das Schiff, das Admiral Lord Nelson 1805 in der Trafalgarschlacht als Flaggschiff gedient hatte, wurde 1812 wurde außer Dienst gestellt und 1824 als Flaggschiff des Hafenadmirals in Portsmouth reaktiviert. HMS Victory wurde im Hafen mehrfach von Eisenschiffen gerammt,  und erlitt im Jahre 1941 einen Treffer durch eine Deutsche Fliegerbombe. Die Victory wurde aufwändig rekonstruiert und steht seit 1945 dem Publikum zur Besichtigung offen. Das letzte mal übrigens, dass die Bevölkerung das Schiff ohne Topmasten gesehen hat, war im Jahre 1944. Insofern ist die aktuelle Demontage und Restauration des Riggs sicherlich ein Ereignis, das sich im Laufe eines Menschenlebens kaum wiederholen wird.

Als immer noch offizielles Flaggschiff des britischen Flottenadmirals hat HMS Victory inzwischen mehr als 240 Dienstjahre hinter sich.

Foto: National Museum der Royal Navy

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Eingeordnet unter Ausstellungen, Schifffahrtsgeschichte

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