US- Unternehmen sucht SS Gairsoppa mit russischer Unterstützung

Die US- Meeresforscher von „Odyssey Marine Exploration Inc.“ haben für ihre Suche nach dem Wrack der Gairsoppa ein russisches Forschungsschiff gechartert.

Mit 31 Mann Besatzung und Silber im heutigen Wert von rund 80 Millionen Euro ist das betagte Dampfschiff SS Gairsoppa am 17. Februar 1941 vor der irischen Westküste von einem deutschen U-Boot auf den Grund des Meeres torpediert worden. Mit rund 2000 Metern, so vermutete Greg Stemm, Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Meeresforschungsunternehmens „Odyssey“, noch im Januar 2010 liege das Wrack für Suche und Bergung in einer recht moderaten Tiefe.

Bereits im Januar 2009 hatte Odyssey den Zuschlag für den lukrativen aber auf zwei Jahre befristeten Bergungsvertrag mit der britischen Regierung erhalten und Mitte 2010 wollte man mit der Suche nach dem Wrack des ehemaligen Geleitzugfrachters beginnen. Mit der bewährten Hightech-Ausstattung des Unternehmenseigenen Forschungsschiffes „Odyssey Explorer“, zu der modernste Sonartechnologie und der Tiefsee-Tauchroboter „Zeus“ gehört, sollte die Suche nicht mehr als 90 Tage dauern, so jedenfalls die Prognose Stemms im Januar des vergangenen Jahres.

Galgenfrist für die Bergung des Schatzes der Gairsoppa

2010 war aber von einer Suche nach dem Schatzschiff nichts mehr zu hören. Auf Nachfrage vertröstete das Unternehmen beharrlich auf kommende Presseinformationen. Nicht nur die Nachricht, die die Presse über die vorübergehende Erweiterung der Forschungsflotte dann Anfang Juni 2011 erreichte, lässt wohl auf gewisse Kapazitätsengpässe des Unternehmens schließen, die bereits in den vergangenen Jahren durch gecharterte Schiffe ausgeglichen werden mussten. Angesichts der zahlreichen „Claims“, die das Unternehmen neben dem Gairsoppaprojekt inzwischen abgesteckt hat, ist das Odyssey eigene Forschungs- und Bergungsschiff, die „Odyssey Explorer“ zweifellos überfordert. Immerhin müssen Schiff und Mannschaft neben ihren Hauptaufgaben für Odyssey in Charter immer wieder auch für andere Unternehmen in See stechen. Ursprünglich wäre der exklusive Bergungsvertrag mit der britischen Regierung zum Ende des Jahres ausgelaufen, und damit eine lukrative „Verwertung“ des noch gar nicht geborgenen Silberschatzes wohl gescheitert. In seiner neuesten Pressemitteilung hat George Stemm jedoch die Verlängerung des Vertrages um ein Jahr bekanntgegeben und die feste Absicht formuliert, im Juli dieses Jahres mit der Suche zu beginnen. Wieder ist Stemm optimistisch, schließlich sei die ungefähre Position ja durch das Logbuch des U-Bootes, das die Gairsoppa versenkt hatte, die anderen Schiffe des Konvois und nicht zuletzt durch den einzigen Überlebenden der Tragödie bekannt.

Die „Yuzhmorgeologiya“ ein Forschungsschiff der Extraklasse

Anfang Juni hat Odyssey Marine Exploration nun mit dem russischen Forschungsschiff „Yuzhmorgeologiya“ speziell für die Suche nach der Gairsoppa ein echtes Schwergewicht der Meeresforschung hinzugechartert. Die Yuzhmorgeologiya ist mit ihren 104 Metern Länge nicht nur 28 Meter länger als die Odyssey Explorer, sie verfügt mit ihren 17 Labors, sechs Werkstätten und speziellen Forschungsbereichen auch über ein weites Spektrum an Untersuchungs- und Konservierungsmöglichkeiten. Das reicht vom Computerzentrum über Labors für Biologie, Geologie oder Analytische Chemie bis hin zum Digitallabor. Und natürlich ist das Schiff vollgestopft mit elektronischer Sensorik, die zudem noch um spezielles Hochleistungsequippment für die Gairsoppasuche ergänzt wird.
Und während die Odyssey Explorer die fortgeschritteneren Projekte abarbeitet, soll das mächtige russische Schiff mit der Sicherheitsstufe „Eisklasse“ im unwirtlichen Atlantik vor der irischen Küste das Schatzschiff aus dem 2. Weltkrieg aufspüren und spätestens im Laufe des nächsten Jahres die lukrative Silberladung abbergen.

Fotos: Odyssey Marine Exploration

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Eingeordnet unter Archäologie, Unterwasserarchäologie

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