Odyssey Marine Exploration

1994 gründeten die erfahrenen amerikanischen Tiefseepioniere John Morris und Greg Stemm mit Odyssey Marine Exploration eine Kapitalgesellschaft, die sich auf die systematische Suche nach Schiffswracks mit möglichst wertvoller Ladung spezialisiert hat. Die Qualifizierung der Unternehmer als profitgierige Schatzräuber wäre allerdings völlig falsch.

ForschungsschiffDie Philosophie des Unternehmens ist klar: Schätze im Wert von vielen Milliarden Euro und von unschätzbarem kulturhistorischem Wert liegen in den Tiefen der Ozeane.

Die Technologien, um diese Schätze zu entdecken und zu heben, existieren bereits heute. Unternehmerisches, profitorientiertes Handeln und solider archäologischer Denkmalschutz können nicht nur nebeneinander existieren, sondern sogar fruchtbar zusammenarbeiten. Und Die Schätze und das Wissen, die Erfahrung, die Erkenntnisse, die aus der Tiefsee geborgen werden, müssen der ganzen Welt zugänglich gemacht werden.

Insbesondere der letzte Aspekt ist natürlich auch Teil des Unternehmenskonzeptes und unterscheidet Odyssey vom gemeinen Schatzräuber. Denn Odyssey finanziert seine aufwändigen Forschungs- und Bergungsarbeiten unter anderem auch mit der weltweiten Verwertung seiner Entdeckungen und Funde. Und selbstverständlich gehört auch die Generierung eines Gewinnes mit zum unternehmerischen Kalkül.

Mit hightec in die Tiefsee

Der Einsatz von Odyssey zum Aufspüren lukrativer Schiffswracks ist enorm. von 2000 bis 2008 haben die hochqualifizierten Spezialisten von Odyssey rund 18.000 Quadratkilometer Meeresboden vermessen und kartiert und dabei ihren hightec-Roboter Zeus 9000 Stunden lang in den Tiefen der See vermeintliche und tatsächliche Wrackfunde untersuchen lassen. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern nationaler und internationaler Institutionen auf die Einhaltung höchster archäologischer Standards geachtet.

Odyssey entdeckt mehr als 300 Schiffswracks

Immerhin führte diese langfristig angelegte systematische mit modernster Technologie durchgeführte Suche zum Aufspüren von weltweit bislang fast 300 Schiffswracks, darunter antike Schiffe aus dem 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung U-Boote, moderne Fischfangtrawler bis hin zum neuesten Fund, Admiral Balchins Victory.

Natürlich sind es Funde wie die „Victory“, mit ihrem vermuteten millionenschweren Goldschatz, oder die 2003 entdeckte „SS Republic“ mit mehr als 51.000 Gold- und Silbermünzen an Bord, die 2007 gefundene „Black Swan“ mit ihrer Fracht von mehr als 17 Tonnen Silbermünzen oder die HMS Sussex, die mit einem Millionenschatz vor der Küste von Gibraltar untergegangen war, die das besondere Interesse des Meeresforschungsunternehmens finden.

Odyssey von der Suche bis zur Ausstellung

Ebenso professionell wie das Aufspüren, zu dem natürlich auch Literaturrecherchen gehören, ist auch die archäologische Untersuchung und Dokumentation des Wracks und seines Umfeldes. Und da es sich bei Odyssey um ein Full-Service-Unternehmen handelt, gehört die qualifizierte Bergung und anschließende Konservierung natürlich auch dazu.

Selbstverständlich wird beim Aufspüren eines auch wirtschaftlich lukrativen Fundobjektes auch nach möglichen Anspruchsinhabern gesucht. Sei es wie im Fall der Victory die britische Regierung, seien es in anderen Fällen Erben von zeitgenössischen Eigentümern von Schiff oder Ladung.

Denn als seriöses Unternehmen hebt und verhökert Odyssey nicht in aller Heimlichkeit die gefundenen Schätze, das Ziel ist der Abschluss von Verträgen.

Lukrativer Bergelohn für Odyssey

So ist es lukrativer, die Schätze ganz legal für den Eigentümer zu bergen und als Aufwandentschädigung einen Bergelohn und eine Reihe von Verwertungsrechten zu erhalten. Denn wer sonst, als das hochqualifizierte und spezialisierte Unternehmen, das die Wracks aufgespürt, untersucht und dokumentiert hat, sollte denn die Bergung, die Konservierung und die Dokumentation der Artefakte und Schätze übernehmen. Wer seine Schätze vom Meeresboden in Besitz nehmen möchte, wird sich mangels eigener Möglichkeiten ohnehin mit Odyssey oder vergleichbaren Unternehmen einigen müssen.

Konsequente Verwertungsstrategien von Odyssey

Aber nicht nur hier liegt das Geschäft von Odyssey. Schätze und Artefakte, auf die niemand Anspruch erhebt, werden durchaus verkauft. Sie dienen aber auch als Exponate Odysseyeigener archäologischer Wanderausstellungen. Bücher, Filme, Dokumentationen werden produziert und verkauft, und natürlich auch generell archäologische und technologische Dienstleistungen, beispielsweise für Museen oder Versicherungen. Merchandising, ist ein weiterer Geschäftszweig, der Geld für die schiffsarchäologische Meeresforschung hereinspült. Bei Odyssey kann man natürlich auch Kopien interessanter Artefakte käuflich erwerben.

Odyssey auf Discovery Channel

Seit Januar 2009 wird in den USA auf dem Discovery Channel  eine 11-teilige Serie mit dem Titel „Treasure Quest“, also Schatzsuche, ausgestrahlt, die weltweite Ausstrahlung soll folgen. In der Serie wird dargestellt, wie das Odyssey-Team bei der Suche und Entdeckung von Schiffswracks arbeitet. Die Episoden zeigen auch computergestützte forensische Analysen oder Konservierungsverfahren frisch geborgener Artefakte. Und selbstverständlich erwarten den Zuschauer auch spektakuläre Unterwasseraufnahmen der Tauchroboter.

 

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Eingeordnet unter Archäologie, Unterwasserarchäologie

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