Quellen – Eine Publikation der LWL- Archäologie

Spannend und kompakt informiert die westfälische Broschüre über Quellen unter hydrogeologischen, archäologisch-historischen und  naturschützerischen Aspekten. Bereits für unsere Vorfahren in der Steinzeit waren Quellen Ursprung des Lebens. Und bis in die heutige Zeit hinein haftet Quellen noch etwas Besonderes, Heiliges an.

QuellenAber nicht nur darüber berichtet die Broschüre des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe mit dem Titel Quellen- Ursprung des Lebens, sondern auch über die Frage: was ist und wie funktioniert eigentlich eine Quelle? Zwar scheint uns selbstverständlich, dass eine Quelle an versteckten Orten in Bergen und Wäldern zu Tage tritt, dass das Wasser als Sickerquelle einfach mal so aus dem Boden treten und einer überschwemmten Wiese gleichen kann, vermutet man eher nicht. Bekannter als Quelle andererseits der geheimnisvolle und sagenumwobene Blautopf im Klosterbezirk von Blaubeuren, ein tiefer und tiefblauer See, an dessen Boden die eigentliche Quelle austritt. Um hier ein wenig Klarheit zu schaffen, werden die verschiedenen Quellenarten in der Broschüre anhand von Beschreibungen und Fotos von Quellen im Münsterland unter ganz unterschiedlichen Aspekten erläutert.

Hydrogeologie, wie eine Quelle funktioniert

Hydrogeologie, das klingt nicht nur kompliziert, es ist auch kompliziert und wird trotzdem gleich in der Einführung der Broschüre ausführlich behandelt. Da ist von der Quellschüttung, dem Quellmechanismus, der Art des Grundwasserleiters, der geologischen Struktur, der Beziehung zur Topographie, der chemischen Beschaffenheit und der Wassertemperatur die Rede. Und es ist tatsächlich außerordentlich interessant, das alles zu lesen. Dies vor allem deshalb, weil Fachbegriffe natürlich erklärt werden, und zudem das Beschriebene an konkreten Beispielen und mit historischen Rückblicken nicht nur aufgelockert, sondern auch verständlich gemacht wird.

Die Quelle als heiliger Ort in Bergen und Wäldern

Den Quellen als Orte göttlicher Verehrung und menschlichen Alltagslebens wird ebenfalls viel Platz in der Broschüre eingeräumt. Die Glaubenswelt der Germanen und Römer wird hier ebenso beleuchtet, wie das Verhältnis der mittelalterlichen Bürger zum lebensspendenen Nass. Die Broschüre räumt auch mit der etwas oberflächlichen Vorstellung auf, Quellen fänden sich nur an besonders versteckten Orten in Wald und Flur, fernab jeder menschlichen Siedlung. Nicht nur Paderborn, die Königspfalz an den Paderquellen belegt, dass die Menschen Quellen als Grundlage für ihre Siedlung gezielt aufgesucht haben.

Die Quelle als ökologische Nische

Die Biologie und Ökologie, ein weiterer Aspekt der Quellen als Ursprung des Lebens. Hier ist die Flora und Fauna auf engstem Raum hochspezialisiert und einzigartig. Hier ist die Heimat der Quelljungfrau, jener schönen schwarzgelben Libellenart, die eine 3 bis 6 jährige Larvenentwicklung benötigt. Natürlich unter möglichst gleichbleibenden Bedingungen. Die Autoren der Broschüre beschreiben den Lebensraum Quelle als katastrophenlos. Denn hier finden abgesehen von der menschlichen Nutzung kaum größere, abrupte Veränderungen statt. Frostschäden sind einer fließenden Quelle ebenso fremd, wie Hochwasser oder Austrocknung. So sind die Lebensbedingungen hier zwar in vielerlei Hinsicht extrem, andererseits aber stabil, eine Situation, mit der nur speziell angepasste Lebensformen zurecht kommen können.

Exkursion zu den Quellen des Münsterlandes

Es ist unglaublich viel, was in der gerade einmal 48 Seiten umfassenden, reichhaltig illustrierten Broschüre zu erfahren ist. Informationen, die auch für Menschen nützlich sind, die nicht aus dem Münsterland, dessen Quellen als Grundlage für die Broschüre dienen, stammen. Denn natürlich kann man überall auf  Quellen- Exkursion gehen.

Die Broschüre Quellen – Ursprung des Lebens bietet trotzdem mit dem letzten Beitrag eine Exkursion zu mehreren sehr ausführlich beschriebenen Quellen des Münsterlandes an.
Immerhin handelt es sich ja auch um eine Publikation des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe, an der die Archäologie für Westfalen, das Geologisch – Paläontologische Institut und Museum der Westfälischen Wilhelms- Universität Münster, das LWL- Museum für Naturkunde, die Natur- und Umweltschutz- Akademie Nordrhein-Westfalen und der Westfälische Naturwissenschaftliche Verein e.V. beteiligt waren.

LWL-Archäologie für Westfalen: Quellen – Ursprung des Lebens, Philipp von Zabern 2007; Broschur mit Klammerheftung

 

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Eingeordnet unter Archäologie, Geschichte im Querschnitt, Rezension

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