Naturzerstörung als Mittel antiker Kriegsführung

Der Krieg in der Antike war nicht nur ein Krieg zwischen Menschen, sondern immer auch  ein Krieg gegen die Lebensumwelt des Gegners, die Natur. Wenn also in der Antike dem Feind mit der Aussage der Krieg erklärt wurde, dass man sein Land zur Schafsweide machen werde, so war dies durchaus wörtlich gemeint.

Denn das Verbrennen oder Niedertrampeln der Felder, das Abhacken von Olivenbäumen oder die Zerstörung von Weinbergen gehörte ebenso zum Krieg, wie das Plündern, das Töten und Vergewaltigen der Menschen.

Dennoch dürfte der Schaden in der Regel relativ gering gewesen sein, denn insbesondere bei den Auseinandersetzungen in der griechischen Antike ging es vor allem darum, schnelle Entscheidungen bei Konflikten zu erlangen. Ziel war nicht die völlige Vernichtung des Gegners, sondern die schnelle Durchsetzung territorialer, ökonomischer oder politischer Ziele. Die durch die Umweltzerstörung verursachten Versorgungsengpässe, konnte den Gegner in der Regel leicht in die Knie zwingen.

Der Peloponnesische Krieg

Der Peloponnesische Krieg zwischen Sparta und Athen, der 431 vor Christus begann, folgte allerdings anderen Regeln. Da die Athener einer schnellen Entscheidungsschlacht auswichen und die Landbevölkerung hinter den Stadtmauern in Sicherheit brachten, verwüsteten die Spartaner und ihre Bundesgenossen in den folgenden fast 30 Jahren Attika. Die Athener ihrerseits führten mit ihrer Flotte Landungsaktionen auf spartanischem Gebiet durch und verheerten hier die Küstenstriche. Am Ende hatte Sparta 404 von Christus die Vorherrschaft über Griechenland errungen.

Die Punischen Kriege

Auch die Römer verfolgten die Kriegspraktiken der Zerstörung des feindlichen Territoriums ganz selbstverständlich und mit unerbittlicher Konsequenz. Allerdings fanden die nachhaltigsten ökologischen Verwüstungen ausgerechnet in Italien selbst statt. Als nämlich der Karthagische Feldherr Hannibal die Alpen überquert und den 2. Punischen Krieg direkt in das Land der Römer gebracht hatte, zogen die feindlichen Heere Jahr für Jahr plündernd und brandschatzend durch das Land. In diesen Kriegen ging es nicht mehr um das erreichen eines territorialen, politischen oder wirtschaftlichen Ziels, es ging um die endgültige Vernichtung des Feindes.

Dementsprechend scheuten die Römer nicht davor zurück, um Hannibals Heer die Versorgungsgrundlage zu entziehen, das eigene Land zu zerstören und die Taktik der verbrannten Erde anzuwenden.

Physische Vernichtung Karthagos

Süditalien, wo sich die Auseinandersetzungen überwiegend abgespielt hatten, brauchte mit Sicherheit Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, um sich von den Verwüstungen zu erholen, die der zweite Punische Krieg zwischen 217 und 203 vor unserer Zeitrechnung hinterlassen hatte.

Die Rache der Römer allerdings war konsequent. Als am Ende des 3. Punischen Krieges Karthago besiegt worden war, wurden nicht nur die 50.000 Überlebenden versklavt, die Stadt musste 17 Tage lang brennen, bis sie nicht mehr existierte. Über Gärten und Felder wurde Salz ausgestreut, um für immer unfruchtbar zu bleiben, es war allenfalls noch als Schafsweide zu gebrauchen.

Langfristige ökologische Kriegsschäden vermutet

Irreversible und eindeutig in Zusammenhang mit antiken Kriegshandlungen zu stellende ökologische Schäden sind heute aufgrund der unkonkreten Quellenlage nicht mehr nachzuweisen. Letztendlich liegt das sicherlich nicht in der mangelnden Bereitschaft der altertümlichen Kriegsparteien, solche Schäden anzurichten, sondern eher an den fehlenden technischen Möglichkeiten unserer antiken Vorfahren.

 

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