Portsmouth Historic Dockyard

HMS Victory in Portsmouth um 1900

HMS Victory in Portsmouth um 1900

Am zentralen Standort der britischen Flotte, Portsmouth, hat sich im Laufe der letzten knapp einhundert Jahre mit dem Historic Dockyard ein musealer Touristenmagnet mit Museumsschiffen aus mehreren Jahrhunderten, einzigartigen Museen und nicht zuletzt modernen Freizeitangeboten und Veranstaltungen, entwickelt. Der Bau des neuen Mary-Rose Museums dokumentiert das erfolgreiche historisch-touristische Konzept.

Die Gründung der Hafenstadt Portsmouth an der britischen Kanalküste wird mit dem Jahr 1180 angegeben. Es gab in der Umgebung aber schon Siedlungen aus vorrömischer Zeit. Als König Richard I. Portmouth im Jahre 1194 das Stadtrecht verlieh, wurde bereits an einem Hafen gearbeitet. Heinrich VII. gab schließlich Ende des 15. Jahrhunderts den Bau eines Trockendocks in Auftrag, das als erstes europäisches Trockendock seit der Antike gilt. Das Dock war aus Holz gebaut und verfügte immerhin über ein inneres und äußeres Tor. Das Wasser wurde mit einer Maschine, die eine Reihe von Schöpfeimern betrieb, leergepumpt.

Die Mary Rose

Heinrich VIII., der als Begründer der britischen Flotte gilt, machte Portsmouth schließlich zum Hauptmarinezentrum. 1509 wurde hier der Stapel für Heinrichs Flaggschiff, die Mary Rose, gelegt. Dieses Schiff galt als das fortschrittlichste Kriegsschiff seiner Zeit und als Vorbild für die Linienschiffe der folgenden zwei Jahrhunderte. 1545 sank das Schiff einige Seemeilen von Portsmouth entfernt. 1982 konnten die erstaunlich gut erhaltenen Überreste des Schiffes geborgen werden.

Für die Archäologen war der Fund eine wissenschaftliche Goldgrube. Erstmals hatte man hier, wie in einer Zeitkapsel festgehalten, tiefe Einblicke in das Leben, die Waffen oder die medizinischen Instrumente der Tudorzeit gewinnen können. Kein Wunder, dass das sorgfältig konservierte Wrack der Mary Rose zusammen mit einem Museum eine der Hauptattraktionen der historischen Werften darstellt.

Die HMS Victory

Die britisch- holländische Rivalität, die englisch-französischen Kriege und nicht zuletzt der Aufbau des britischen Empire mit seinen Kolonien, führte zu einem ständigen Ausbau der Hafen- und Werftanlagen von Portsmouth. Die Stadt wurde nicht nur zum wichtigsten Flottenstützpunkt, sondern auch zum zentralen Schiffsbauplatz der Kriegsmarine.

Als 1759 der Kiel für das Linienschiff HMS Victory gelegt und dieses nach sechsjähriger Bauzeit zu Wasser gelassen wurde, galt auch sie als eines der modernsten und mächtigsten Kriegsschiffe ihrer Zeit. Nicht zuletzt durch ihre Funktion als Flaggschiff Admiral Nelsons in der Trafalgarschlacht, hatte sie nationale Bedeutung erreicht.

Obwohl nach ihrem offiziellen Dienst mehrfach beschädigt (das letzte mal 1941 bei einem deutschen Bombenangriff) wurde sie immer wieder vor dem Abwracken gerettet. Heute, nach sorgfältiger Restauration, kann auch sie im Historic Dockyard besichtigt werden. Ihr heutiger Liegeplatz befindet sich in etwa dort, wo das erste Trockendock gebaut worden war. Und in einem Victory-beziehungsweise Nelsonmuseum können die Besucher zudem alles über die Schiffe, das Leben an Bord und die Geschichte der Zeit des Admiral Lord Nelson erfahren.

Die HMS Warrior

Das dritte Museumsschiff der Dockyards, die 1860 vom Stapel gelaufene HMS Warrior gilt ebenfalls als Meilenstein im Kriegsschiffsbau. Sie war das erste britische Kriegsschiff, dessen Rumpf vollständig aus Eisen war. Die Warrior war das größte und schnellste Kriegsschiff seiner Zeit. Die eigentliche Revolution war aber die Zitadelle, in der die Geschütze aufgestellt waren.

Allein die drei Schiffe und die angeschlossenen Museen lassen den Schiffsliebhaber bei einem Besuch der historischen Werftanlagen auf seine Kosten kommen. Aber der maritime Freizeitpark bietet noch wesentlich mehr. Da Portsmouth noch heute der wichtigste Flottenstützpunkt Großbritanniens ist, kann man bei einer Hafenrundfahrt auch die dort stationierten modernen Flugzeugträger, Zerstörer und U-Boote der Royal Navy besichtigen.

Touristische Attraktionen

Auch für das leibliche Wohl und Unterhaltung ist gesorgt. Kaffees, Restaurants, ein Kino, natürlich Museumsshops und eine gleich neben dem Areal liegende Einkaufs- und Bummelmeile, die Gunwharf Quays, sind Teil des Dockyardkonzeptes.

Sogenannte Action Stations mit interaktiven Multimediaangeboten, Simulatoren und anderes mehr sowie zahreiche Sonderausstellungen und Aktionsprogramme ergänzen das Unterhaltungs- und Informationsangebot.

Und nicht zuletzt bietet das Umfeld der Stadt weitere Aktionsmöglichkeiten, wie zum Beispiel „Segeln auf einem Großsegler“, Besichtigen von U-Booten im Royal Navy Submarine Museum und vieles andere mehr.

 

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Eingeordnet unter Ausstellungen, Geschichte im Querschnitt, Schifffahrtsgeschichte

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