Arminius versus Varus, von Hans-Dieter Otto

Wann sonst, wenn nicht in diesem Jahr sollte das Buch „Arminius versus Varus“ vom Sachbuchautor Hans-Dieter Otto wohl erscheinen. Andererseits fragt man sich, wie viele Bücher über die Varusschlacht verträgt ein Mensch, denn so ziemlich jeder Verlag, der etwas auch sich hält, bietet in diesem Jahr wenigstens ein Buch zu diesem Thema an.

Eines ist sicher: inhaltlich können sich zumindest die seriösen Sachbücher zu diesem Thema kaum unterscheiden, denn alle, so auch Ottos Buch Arminius versus Varus, basieren auf  den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und den gleichen mehr oder weniger zeitgenössischen Quellen zum historischen Ereignis.

Trotzdem ist es erstaunlich, wie sehr sich die Bücher voneinander unterscheiden. Da gibt es neben unterschiedlichen Blickwinkeln und Zeithorizonten eben auch unterschiedliche Zielgruppen bei den Lesern.

Die vollbusige Thusnelda als Motiv für des Aufstand des Arminius

Ottos Zielgruppe ist eindeutig der Lesertyp, der nicht nur korrekte Informationen vermittelt bekommen möchte, sondern vor allem auch Unterhaltung. Und die gibt es in dem Buch neben der beim Lesen fast unbemerkt aufgenommenen Informationsfülle genug. Da werden die Kontrahenten in der Auseinandersetzung zwischen Arminius und Varus durch die ausführlichen, auch charakterlichen Beschreibungen ebenso lebendig, wie der störrische Vater von Thusnelda, der Geliebten des Arminius.
Eine tragische Geschichte, das mit Arminius und Thusnelda. Nicht nur, weil sie einander nicht bekommen konnten, wie bei Romeo und Julia, sondern weil hier wohl auch zumindest eines der Motive für den Verrat des römischen Ritters germanischer Herkunft an Rom, auszumachen ist.

Geschichten und Geschichte rund um die Varusschlacht

Otto lässt den Leser die Ereignisse vor, während und nach der Varusschlacht, durch den lockeren Erzählstil sozusagen hautnah miterleben. Das Leseerlebnis ist dabei sehr intensiv und wird immer wieder durchbrochen durch die direkte Ansprache des Lesers in dem Sinne: „Jetzt werden Sie sicher denken . . . .  und Sie haben recht.“

Auch wenn dieser literarische Kunstgriff ein wenig an eine bekannte amerikanische Krimiserie erinnert, sie ist ein durchaus wichtiges Element der Informationsvermittlung. Denn bevor der Leser so ganz in den romanhaft geschilderten Ereignissen aufgeht und dabei vergisst dass es hier um reale Geschichte geht, suggeriert Otto mit diesem Kunstgriff, dass der Leser aufgrund des Geschilderten konkrete Fragen hat, die Otto nun beabsichtigt, beispielsweise im nächsten Kapitel zu beantworten.

Allein daraus wird ersichtlich, dass Otto trotz hohem Unterhaltungswert der salopp und humorig geschriebenen Geschichte, einen durchaus ernstzunehmenden Anspruch an die seriöse Wissensvermittlung über die Varusschlacht hat. Darauf weisen übrigens auch die Internetquellen im Anhang des Buches hin, durch die dem Leser ermöglicht wird, sich schnell und unkompliziert weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Hans-Dieter Otto: Arminius versus Varus, Die Schicksalsschlacht im Teutoburger Wald. Thorbecke Verlag 2009. Gebunden, 144 Seiten. Euro 14,90.

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